Michael Fuchs - Homepage des Bundestags schürte Vertuschungsverdacht
Koblenz/London - Nicht erst seit der mit Peer Steinbrück entflammten Debatte um Nebeneinkünfte gerät der als Aufsichtsratsmitglied und Redner viel gefragte Koblenzer CDU-Bundestagsabgeordnete und Fraktionsvize der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Fuchs, immer wieder ins Visier der Internetplattform Abgeordnetenwatch.
Denn nach dieser Plattform zählt Fuchs bei Nebenverdiensten zu den „Top Ten“ im Bundestag. Was aber das Hamburger Magazin „Stern“ jetzt im Internet unter dem Titel „Sein Name ist Fuchs, Michael Fuchs“ titelt, hält der Koblenzer Abgeordnete für „eine Unverschämtheit“. Dort wird die Frage aufgeworfen, ob Fuchs jahrelang „die Connection“ zu einer von Ex-Agenten des britischen Geheimdienstes MI6 gegründeten Londoner Firma verborgen hielt und Honorare von „mindestens 57 000 Euro“ für 13 Vorträge seit 2008 verschleiert hat. Die Begründung: Auf der Internetseite des Bundestags tauchte fälschlicherweise für längere Zeit die 1846 gegründete geografische Gesellschaft „Hakluyt Society“ auf – und nicht die britische Beratungsgesellschaft mit dem Namen „Hakluyt & Company“, bei der Fuchs die Vorträge gehalten hatte.
„Korrekte Angaben gemacht“
Mittlerweile ist dies geändert. „Das war ein Fehler der Bundestagsverwaltung. Ich habe korrekte Angaben übermittelt“, erklärt der Fraktionsvize auf Anfrage unserer Zeitung. „Das kann ich belegen“, fügt er hinzu, während er noch auf eine Klarstellung des Bundestagspräsidenten Norbert Lammert (CDU) wartet. In der Tat: Wer sich im Internet auf die Suche macht, stößt schnell nicht nur auf die Seite von Abgeordnetenwatch, sondern auch auf eine der CDU/CSU-Bundestagsfraktion von 2010. Darauf sind elf Vorträge für die Londoner Beratungsfirma mit dem richtigen Namen angegeben. Danach erhielt er von der Company für Reden bis zu 3500 Euro oder auch bis zu 7000 Euro und mehr an Honorar. Und: Auf dem Formular, das die Volksvertreter nach dem Abgeordnetengesetz inzwischen mehrmals im Jahr für die Bundestagsverwaltung ausfüllen müssen, ist auch „Hakluyt & Co.“ zu lesen. Deshalb fühlt sich der Koblenzer auch völlig zu Unrecht ins Gerede gebracht. Und er ergänzt: Zu Beginn einer Legislaturperiode werde der volle Name einer Firma samt Zusätzen wie beispielsweise GmbH und Co KG genannt, in den Quartalsmeldungen nur knapp der Name.
Er weist auch von sich, dass er Geschäftsbeziehungen zu einer „nebulösen“ oder „umstrittenen“ Firma unterhalte. Denn der Abgeordnete fühlt sich bei seinen Einladungen keineswegs in obskurer Gesellschaft. Immerhin gehörten Hans-Peter Keitel, der frühere Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, oder Javier Solana, der ehemalige Nato-Generalsekretär und EU-Außenminister, dem Aufsichtsrat an. Der frühere Unternehmer sagt, dass er mehrmals zu Impulsreferaten gebeten worden ist, die man zu zweit halte: Zu seinen Co-Referenten hätte auch schon Mario Monti gehört, als der italienische Wirtschaftswissenschaftler noch kein Krisenmanager in Roms Regierung war, oder auch der frühere irische Premierminister Bertie Ahern.





















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