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McDonald's: Statt Spielzeug ein Buch zum Happymeal?

Mainz - Plastikmonster, Comicfiguren, Filmhelden en miniature - die Frikadellenbräter von McDonald's unternehmen allerhand, um schon die Kleinsten für ihren Imbiss zu begeistern. Nun hat sich der Marktführer einen Partner ins Boot geholt, der dem Image der Fastfoodkette ein wenig mehr Glanz verleihen soll: die Stiftung Lesen, jene Bildungsbehörde, die Kindern und Jugendlichen den Blick ins Buch schmackhaft machen soll.

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Bis zum 27. September gibt es zum Happy Meal keine Plastikspielzeuge, sondern Kinderbücher, bundesweit rund vier Millionen. Auch in den Mainzer Filialen sind die Schmöker zum fettigen Beiwerk erhältlich. Sie entführen Kleinkinder in die heile Welt der "Conni", begleiten die "???" auf Verbrecherjagd oder vermitteln Bildung mit der "Was ist Was"-Reihe. Die Auswahl von acht Büchern hat McDonald's getroffen. Die Stiftung Lesen weist im Begleitmaterial auf die Bedeutung des Vorlesens hin.

Für McDonald's ein Werbecoup, auf die Stiftung Lesen hagelt es indes Kritik. Die Organisation Foodwatch wirft der Fastfoodkette "Greenwashing" vor, also quasi das Reinwaschen des Firmenimages. In einem offenen Brief an den Vorstandsvorsitzenden Joerg Pfuhl kritisiert Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode die Kooperation. So gehöre Fehlernährung und Übergewicht zu den drängendsten gesundheitlichen Problemen. "Es ist inakzeptabel, das Ziel der Stiftung Lesen, ,Deutschland zum Leseland' zu machen, mit den Geschäftsinteressen von Unternehmen zu verknüpfen, die mitverantwortlich für die Fehlernährung von Kindern sind", schreibt Bode und fordert die Stiftung Lesen dazu auf, auf die Kooperation zu verzichten. Die Kritik kommt für Bettina Müller, Sprecherin der Stiftung Lesen in Mainz, nicht unerwartet. Sie verweist auf die Statistik: 20 Prozent aller Schüler verlassen die Schule ohne ausreichende Lesekenntnis, man geht in Deutschland von fünf Millionen Analphabeten aus. Gerade die sehr "heterogene" Zielgruppe der McDonald's-Kunden sei für die Stiftung Lesen ausschlaggebend gewesen sich zu beteiligen. Schließlich will sie ja gerade bildungsfernen Familien das Lesen näherbringen. "Wir wollen die Leute dort abholen, wo sie stehen." Die soziale Verantwortung eines Unternehmens wie McDonald's spielte für die Stiftung Lesen da eine zweitrangige Rolle. Jedoch hat Müller Grund zur Hoffnung, dass die Bücher, im Gegensatz zum Plastikspielzeug, nicht so schnell im Müll landen.

Für die Fastfood-Kette ging es laut Sprecher Philipp Wachholz nicht darum, sich mit dem positiven Image der Stiftung Lesen zu schmücken. "Die Bücher finden sich gut ein in unser neues Konzept", sagt er. Das beinhalte mehr Qualität und Abwechslung bei den Kindermahlzeiten. Schließlich gehe es darum, Familien für den Besuch im Schnellrestaurant zu begeistern und "Freude" zu bereiten, wie es Wachholz ausdrückt. Diese "Freude" sollen die Kinder eben in Form eines Buches mit nach Hause nehmen können. "Wir erheben kein erzieherisches Ziel", sagt Wachholz.

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