Weltweites Rechnen: Mainzer Informatiker entdeckt Pulsar-Stern
Davon träumt jeder Hobby-Astronom: Einen bislang unbekannten Stern zu entdecken und in einer wissenschaftlichen Veröffentlichung erwähnt zu werden – und sei es nur in einer Fußnote. Dem Mainzer Informatiker Daniel Gebhardt ist genau das passiert. Er entdeckte einen neuen Himmelskörper in 17.000 Lichtjahren Entfernung, ohne dafür auch nur einen Blick in den Himmel richten zu müssen. Es ist das erste Mal, dass ein Amateurastronom mit dem Internet-Rechenprogramm „Einstein@Home” einen neuen Stern findet.
US-Ehepaar machte die gleiche Entdeckung
Der Mainzer ist nicht der einzige, der diesen Stern auffand. Seinen Ruhm teilt er mit dem US-amerikanischen Ehepaar Chris und Helen Colvin aus Ames im Bundesstaat Iowa. Auch ihr Computer hatte Mitte Juni das gleiche Ergebnis berechnet. Allen drei gemeinsam ist, dass sie zwar beruflich mit Computern arbeiten, aber keine Astronomen sind. Wie kann dann eine solche Entdeckung gelingen?
Erfunden wurde es Ende der 1990er Jahre an der Universität von Berkeley, Heimat vieler Internet-Pioniere. Die Forscher hatten die geniale Idee, Messdaten des größten (unbeweglichen) Radioteleskops der Welt in Arecibo auf Signale außerirdischer intelligenten Lesewesen, Aliens also, zu untersuchen. Die Daten, die als „Abfallprodukt“ normaler astronomischer Beobachtung gesammelt wurden, schickte man an freiwillige Teilnehmer weltweit, die entsprechende Auswertungsprogramme auf ihren Heim- oder Arbeitscomputern installiert hatten. Vorsichtshalber erhalten stets mehrere Teilnehmer die gleichen Aufgaben.




















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