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Kreis Ahrweiler macht beim neuen Nürburgring-Konzept nicht mit

Rheinland-Pfalz - Der Landkreis Ahrweiler, Zehn-Prozent-Gesellschafter der Nürburgring GmbH neben dem Land mit 90 Prozent, wird sich nicht an dem Zukunftskonzept für das Freizeitzentrum und an der neuen Besitz-GmbH beteiligen. Das hat Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) in einer Sondersitzung des Wirtschaftsausschusses bestätigt.

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Ab 1. Mai sind Besitz und Betrieb am Nürburgring getrennt. Betreiber sind Kai Richters Mediinvest und die Lindner-Gruppe.

Damit wird der Kreis Ahrweiler nach Angaben von Landrat Jürgen Pföhler (CDU) "von sämtlichen finanziellen Risiken freigestellt" und eine "Kernforderung" des Kreises erfüllt. Nach Informationen unserer Zeitung hat sich der Kreis bei der Abstimmung über das neue Geschäftsmodell am Ring enthalten. Es tritt am 1. Mai 2010 in Kraft.

Der Kreis will sich als Minderheitsgesellschafter der Nürburgring GmbH künftig auf das historische Kerngeschäft, nämlich die Rennstrecken, konzentrieren. Mit der zweiten Besitzgesellschaft, in der das Land die Projekte des Privatinvestors Kai Richter für einen symbolischen Euro übernimmt, hat der Kreis dagegen nichts zu tun.

Hintergrund ist, dass der klamme Kreis laut des Ahrweiler Abgeordneten Walter Wirz (CDU) bei Defiziten finanzielle Verpflichtungen fürchtet, die er nicht tragen kann und will. "Ich halte die Handlungsweise des Kreises für sehr vernünftig", so Wirz auf Nachfrage.

Zu der Sondersitzung des Wirtschaftsausschusses hatte die SPD-Fraktion eingeladen. Hering sollte Gelegenheit erhalten, das unter seiner Federführung ausverhandelte Zukunftskonzept vorzustellen. Sehr zum Unwillen der CDU. Der Ausschuss-Vorsitzende Norbert Mittrücker und CDU-Fraktionschef Christian Baldauf kritisieren, es lägen keine schriftlichen Unterlagen vor, auf deren Grundlage man diskutieren könne.

Hering erläutert die Grundzüge: strenge Trennung zwischen Besitz der Immobilien (Land/Nürburgring GmbH) und dem Betrieb der Anlagen (Hotelgruppe Lindner/Kai Richter), fest vereinbarte Pachtzahlungen der Betreiber an die Verpächter, mit denen die Zinsen und Abschreibungen für die Investitionen von 330 Millionen Euro erwirtschaftet werden sollen (unsere Zeitung berichtete).

Ein Vertreter der Unternehmensberatung Ernst & Young, auf deren Analysen das Konzept beruht, betont, die Prognosen von jährlichen Pachteinnahmen in Höhe von "weit mehr als 20 Millionen Euro" seien sehr realistisch.

Die Debatte verläuft lebhaft. Jens Guth (SPD) spricht von einem "Meilenstein", alle von der CDU im Dezember 2009 genannten Kritikpunkte seien abgearbeitet. Frank Puchtler (SPD) lobt den Minister und das Konzept.

CDU-Chef Baldauf stellt viele skeptische Fragen. Günter Eymael (FDP) übt vernichtende Kritik. "Da waren schon so viele Gutachter am Werk, ich glaube nichts mehr am Ring." Die Prognosen seien "nicht ansatzweise realistisch". Er gehe von 150 Millionen Euro Verlust in den kommenden Jahren aus. Dass Zinsen und Abschreibungen (Wertverlust), aber keine Tilgungen der Kredite berücksichtigt würden, sei "ein buchhalterischer Trick".

Frank Giarra/ren

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