Kafitz zeigt Russen "seinen" Nürburgring und erwartet Prozess
Rheinland-Pfalz - Der Prozess soll am 17. Januar beginnen: Die Nürburgring GmbH fordert 8,3 Millionen Euro Schadensersatz vom ehemaligen Chef Walter Kafitz.
Ein Besuch von ihm mit angeblichen russischen Investoren sorgte unterdessen für Rätselraten.
Kafitz hatte am 28. Juni am Landgericht schon eine kräftige Niederlage kassieren müssen: Er verlor die Klage gegen seine fristlose Kündigung. Er gilt als einer der Hauptverantwortlichen für das mindestens 330 Millionen Euro teure Nürburgring-Desaster. Deshalb droht ihm wie auch Ex-Aufsichtsratsboss Ingolf Deubel noch eine Anklage der Koblenzer Staatsanwaltschaft. "Sie liegt im Entwurf vor und wird gerade abgestimmt", heißt es dort aber bislang nur.
"Der neue Ring. Machen Sie sich auf was gefasst", dieser Werbeslogan dürfte für Kafitz jedenfalls aktuell bleiben. Vom völlig überdimensionierten Dauerstreitprojekt, das Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) immer noch als Klotz am Bein hängt, ist der Exmacher offenbar noch überzeugt. Kürzlich zeigte er es einer Delegation angeblich russischer Investoren. Wie die Automotive Nürburgring GmbH (NAG) bestätigt, hat er Tickets für die Nordschleife gekauft, "wie jeder Privatmann auch". Er habe "keinen offiziellen Vertreter der NAG" getroffen, vorher nur eine Mitarbeiterin informiert, wie es heißt.
Nach den Informationen des in der Eifel lebenden Motorsportjournalisten Wilhelm Hahne waren im Kafitz-Tross russische Investoren. So soll er die Gruppe jedenfalls auf dem meist leeren Boulevard wie in der "Pistenklause" vorgestellt haben. Deshalb spekulieren einige, er habe Russen eine Geldanlage in der Eifel schmackhaft machen wollen. Davon weiß aber keiner etwas. Die NAG zeigt "auch kein Interesse".
Da ein guter Bekannter von Kafitz, der Rennstreckenbauer Hermann Tilke, auf seiner Internetseite ein russisches Projekt zeigt, könnte Kafitz den russischen Gästen auch Anregungen aus der Eifel für den "Moskow Raceway" gezeigt haben. Laut Tilkes Präsentation ist er "im Bau". Kafitz selbst will zu seinem Besuch am Ring "nichts sagen", wie er auf Anfrage wissen lässt.
In der Eifel bereitet unterdessen die nahezu landeseigene Nürburgring GmbH gegen den Generalplaner auch noch eine Schadensersatzklage vor. Sie wirft ihm schwere Mängel vor.
Von unserer Redakteurin Ursula Samary




















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