Aus für Wolf-Garten in Betzdorf
Betzdorf - Ende Oktober ist Schluss im Werk von Wolf-Garten in Betzdorf. Über 200 Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz. Wut und Trauer herrscht bei den Mitarbeitern und in der Politik.
Ende Oktober gehen im Werk von Wolf-Garten in Betzdorf die Lichter aus. Dann verliert die Stadt an Sieg und Heller ein weltweit bekanntes Unternehmen aus dem Bereich der Rasenmäher und Gartengeräte, dessen Wurzeln in Betzdorf liegen. „Hier geht mehr weg als eine Firma“, findet Betzdorfs Bürgermeister Bernd Brato. 240 Mitarbeiter sind von der Werksschließung betroffen. Lediglich die Abteilung Forschung und Entwicklung (20 Mitarbeiter) bleibt in Betzdorf. Am Freitag wurden die Mitarbeiter in einer Betriebsversammlung informiert, dass Interessensausgleich und Sozialplan verhandelt sind. Allerdings fehlt noch die Unterschrift. Für Mitarbeiter besteht die Möglichkeit, ab 1. November in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Wolf-Garten gehörte seit einem Jahr zu dem amerikanischen Konzern MTD, der Wolf-Garten aus einer Insolvenz heraus gekauft hat. Erworben wurden der Markennamen, die Patente und die Produktionsmittel. Die Werkshallen in Betzdorf wurden lediglich gemietet. MTD will den Markennamen Wolf-Garten und die Produkte groß herausbringen. Produziert wird aber in St. Wendel, Saarbrücken, Ungarn und China.
Mitte August hatten die Manager von MTD für Verwunderung gesorgt, als sie eine Politikerdelegation warten ließen: Staatssekretär Peter Hintze (CDU), der örtliche Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel (CDU), Landrat Michael Lieber, Betzdorfs Bürgermeister Bernd Brato sowie Gewerkschaftsvertretern und Betriebsräte hatten die Situation mit dem MTD-Europachef Peter Janssen und dem MTD-Werkleiter für Deutschland, Stefan Bader, erörtern wollen. Doch die sollen zur nach Angaben der IG Metall verabredeten Zeit in einem Betzdorfer Restaurant gesessen haben und nahmen sich erst später Zeit.
Der örtliche IG Metall-Bevollmächtigte Leonhard Epping hatte später beklagt, das Verhalten habe die Überheblichkeit und Arroganz der Geschäftsführung gezeigt. "Ein solches Verhalten ist schlichtweg eine Frechheit.“ In einer Mitgliederversammlung erklärte er, das Qualitätssiegel „Made in Germany/Made in Betzdorf“ habe für MTD in den Verhandlungen überhaupt keine Rolle mehr gespielt. „Hier geht es nur noch um Profit und um die Namensrechte.“




















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