Honnef: Könnte Anna (9) noch leben?
Bad Honnef/Königswinter. Nach dem Tod des neunjährigen Pflegekinds werden die Fragen in Bad Honnef und Königswinter quälend: Haben die beiden Jugendämter versagt? Könnte die kleine Anna noch leben? Am Dienstag gibt es eine Sondersitzung in Königswinter.
Von unserem Redakteur Marcelo Peerenboom
Nach dem Tod des neunjährigen Pflegekinds Anna in Bad Honnef gibt es neue Hinweise, denen die Staatsanwaltschaft Bonn nachgeht.
Woran starb ältester Sohn der Pflegemutter?
So hegen Mitbewohner der Wohnanlage im Kurviertel den Verdacht, dass auch der behinderte Sohn der Pflegemutter, der vor fünf Jahren mit Anfang 20 verstarb, einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Der junge Mann war erstickt. Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen nun entsprechend ausgeweitet.
Leben Kinder der Pflegemutter in anderen Familien?
Irritationen gibt es ebenfalls, was die Familienverhältnisse der Pflegefamilie betrifft. Während bislang nur bekannt war, dass die Pflegemutter den verstorbenen und einen 16-jährigen Sohn hat, berichten Anwohner, die 51-Jährige habe noch zwei weitere leibliche Kinder, die ihrerseits in Pflegefamilien untergebracht seien.
Mit ihrem heutigen Ehemann ist die Frau erst seit gut fünf Jahren verheiratet. Das Ehepaar befindet sich nach wie vor in Untersuchungshaft. Wie berichtet, hatte der Pflegevater zugegeben, die kleine Anna mehrfach mit Klebeband gefesselt zu haben, wenn sie bockig gewesen sei. Er will das Kind auch am Todestag unter Wasser gedrückt haben, weil es nicht baden wollte.
Ermittlungen gegen Mitarbeiter beider Jugendämter
Die Ermittlungen richten sich unterdessen auch gegen Mitarbeiter der beiden Jugendämter in Bad Honnef und Königswinter. Dabei spielt vor allem der Anruf einer Bürgerin eine Rolle, die sich am Tag von Annas Tod sorgenvoll ans Honnefer Jugendamt gewandt hatte.
Wie Jugenddezernentin Monika Oestreich unserer Zeitung bestätigte, hat ihre Mitarbeiterin die Anruferin nach Königswinter verwiesen, da das dortige Amt zuständig sei. Grund: Annas Herkunftsfamilie lebt in Königswinter. Ob sich die Frau, die anonym bleiben wollte, tatsächlich in der Nachbarstadt gemeldet hat, ist offen. Ein Sprecher der dortigen Stadtverwaltung erklärte, die internen Prüfungen liefen noch.




















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