Grüne scheitern: Koblenz darf die Heizpilze nicht verbieten
Koblenz - Heizpilze werden in den Städten im Land vor Bars und Restaurants weiter für Wärme sorgen: In Koblenz ist ein Antrag der Grünen abgewiesen worden, die Heizstrahler in der Außengastronomie zu verbieten. Schon 2009 war der Umweltausschuss zu dem Schluss gekommen, dass für ein Verbot die rechtliche Grundlage fehlt. Die Koblenzer Grünen müssten ihre Parteifreunde in der Landesregierung überzeugen.
"In unserer Stadt stehen Heizungen vor der Haustür. Privat muss das jeder mit seinem Gewissen und seinem Geldbeutel vereinbaren, aber nicht in der Öffentlichkeit", kritisierte Grünen-Stadträtin Andrea Mehlbreuer. Ihre Fraktion verweist auf den hohen CO2-Ausstoß durch die Heizpilze, die vor allem bei Rauchern beliebt sind, die seit dem Nichtraucherschutzgesetz vor die Tür geschickt werden. Ein Heizpilz setzt bei einer durchschnittlichen Betriebsdauer von 36 Stunden in der Woche jährlich bis zu vier Tonnen COx frei. Das entspricht dem Ausstoß eines Neuwagens, der 20 000 Kilometer im Jahr fährt.
Der direkte oder indirekte Ausstoß von CO2 ist aber ebenso wenig verboten wie die Abgabe von Wärme. Anders als von Lärm gingen von Heizstrahlern "keine direkten schädlichen Umwelteinwirkungen für Passanten oder Gäste der Außengastronomie" aus und können deshalb auch nicht verboten werden. In anderen Städten wie Köln und Stuttgart dürfen dennoch keine Heizpilze aufgestellt werden. Eine solche Entscheidung läge aber beim Land, das ein entsprechendes Gesetz verabschieden müsste.
2009 hatte das Umweltamt den Hotel- und Gaststättenverband Dehoga aufgefordert, gegen die Heizstrahler aktiv zu werden.
Eine ähnliche Haltung hatte auch die Stadt Mainz an den Tag gelegt: Man sei "der Ansicht, dass sich eine solche Sichtweise primär bei den Gastronomen respektive der Dehoga als Dachverband wie auch den Gästen eines Lokals durchsetzen muss."
Zumindest der Verband hatte die Anregungen aber nicht weiter aufgegriffen. Ein Versuch, ihren Mitgliedern Wolldecken für die Gäste schmackhaft zu machen, ist laut Dehoga an den Kosten gescheitert.
Stephanie Mersmann




















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