Gegen das Wochenend-Chaos: Koblenzer Altstadt-Gastronomen planen City-Streife
Ganz ohne Möglichkeiten, bei Straftaten einzuschreiten, wären die City-Streifen auch nicht. "Nach dem ,Jedermanns-Recht' ist jeder Bürger, der eine Straftat beobachtet, befugt, einen Täter bis zum Eintreffen der Polizei fest zu halten", erklärt Giesen. Dass weder Stadt noch Polizei Interesse an einer Kooperation zeigen, verwundert den Unternehmer. "Immerhin bekommen sie doch die Unterstützung gratis." Nachdem er das Konzept beim Kriminalpräventiven Rat der Stadtverwaltung und der Polizei vorgelegt habe, sei keine Rückmeldung mehr gekommen.
Ordnungsamtsleiter Reiner Klug hat das erste Aufeinandertreffen allerdings etwas anders in Erinnerung: "Herr Giesen hat uns das Konzept vorgestellt mit einer Kostenkalkulation für eine vierköpfige Streife in Höhe von etwa 6200 Euro im Monat für 108 Einsatzstunden. Die Hälfte dieser Summe sollte die Stadt tragen, 50 Prozent die Gewerbetreibenden." Für die Kommune sei dies keine Option gewesen. "Wozu sollen wir das bezahlen? Für eine Streife, die absolut keinen Sinn macht und keinerlei Befugnisse hat?" Dennoch habe er Giesen angeboten, sich noch einmal mit der Verwaltung in Verbindung zu setzen. Dabei sei es dann geblieben: "Wir haben von dem Herrn nichts mehr gehört."
Und wenn die Gewerbetreibenden nun die City-Streife in Eigenregie finanzieren? "Dann können sie das gern tun. Solange die Streife keine Uniform mit Hoheitsabzeichen trägt und sich nicht anmaßt, Aufgaben von Polizei und Ordnungsamt zu übernehmen, kann jeder durch die Stadt patrouillieren, so lange er will", sagt Klug. "Ob das zielführend ist, bezweifele ich aber stark."
Von unserer Mitarbeiterin Annette Hoppen




















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