Finger weg von der Nordschleife: Demo gegen Verkauf des Nürburgrings
Rheinland-Pfalz - Der Protest gegen den geplanten Verkauf des Nürburgring rollt auf Mainz zu. Ein breites Bündnis verschiedener Organisationen will am Dienstag mit einem Autokorso quer durch die Landeshauptstadt fahren, um gegen das Vorhaben von Ring-Sanierern und Landesregierung zu demonstrieren.
Um 14 Uhr soll eine Kundgebung vor dem Landtag steigen – ein einzigartiger Vorgang in der Konfliktgeschichte des Nürburgrings. „Bislang haben sich gut 200 Autos angemeldet und es könnten noch mehr werden“, meinte Organisator Werner Lenhard, der als Internet-Aktivist regionale Bekanntheit erlangt hat. „Im Moment rechnen wir mit 1500 Menschen bei der Kundgebung.“
Unzählige Organisationen haben sich inzwischen solidarisch erklärt und rufen ihre Mitglieder zum Mitmachen auf. Unter ihnen ist unter anderem der ADAC Mittelrhein, der Deutsche Motorsport Verband (DMV) oder die Veranstaltergemeinschaft Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN). Auch CDU-Landes-Chefin Julia Klöckner will sich sehen lassen.
Hinter dem Protest steht vor allem der ehrenamtliche Verein „Ja zum Nürburgring“, dessen Vorsitz ADAC-Ehrenpräsident Otto Flimm führt. Er verlangt vehement, dass Nordschleife und Grand-Prix-Strecke Volkseigentum bleiben. „Das Verscherbeln der Rennstrecke an den Meistbietenden muss verhindert werden“, so Otto Flimm. Der 83-Jährige ist bitter enttäuscht, dass Landes- und Bundesregierung sowie Motorsportverbände, Insolvenzprofis und regionale Vertreter nicht gemeinsam bei der EU-Kommission vorstellig werden, um dafür zu kämpfen, dass der Nürburgring eine gemeinnützige Stiftung wird. „Jetzt fährt jeder alleine nach Brüssel“, kritisierte Flimm im Gespräch mit unserer Zeitung.
Der ADAC-Ehrenpräsident hat Expertise einholen lassen und ist fest davon überzeugt, dass das EU-Beihilfeverfahren keinen schnellen Verkauf nötig macht. „Wir haben Zeit für eine gute Lösung, die auch in Zukunft Breitensport zu bezahlbaren Preisen am Nürburgring garantiert“, so Flimm. Den Ring.Sanierern unterstellt er Profitstreben. Und: Nach einem Verkauf, fürchtet Flimm, „kann der neue Besitzer machen, was er will“. Ein öffentliches Zugangsrecht wird einen Investor seiner Ansicht nach kaum daran hindern, vorrangig auf seinen eigenen Profit zu schauen.
Von unserem Redakteur Dietmar Brück





















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