Fall Anna: Keine Antworten vom Königswinterer Jugendhilfeausschuss
Königswinter. Der Fall der kleinen Anna, die vor fast zwei Wochen in Bad Honnef aller Wahrscheinlichkeit nach einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist, wirft viele quälende Fragen auf. Vor allem die Rolle der beiden beteiligten Jugendämter in Bad Honnef und Königswinter ist unklar - und bleibt es auch nach der Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses.
Haben Mitarbeiter versagt? Haben sie Anzeigen auf Misshandlungen nicht erkannt? Hat man die Pflegeeltern mit Sorgfalt ausgesucht?
Wer deshalb am Dienstagabend zur Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses in Königswinter kam und sich Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhofft hatte, der sah sich bitter enttäuscht. Sowohl die Ausschussmitglieder als auch die fast 40 Bürger im Sitzungssaal mit Blick ins Grüne waren nach der Sitzung so klug wie zuvor.
Zum jetzigen Zeitpunkt kann und will der Bürgermeister nichts sagen
Sie lernten vor allem eins: Zum jetzigen Zeitpunkt könne und wolle der Bürgermeister zum konkreten Fall nichts sagen. Nicht nur staatsanwaltschaftliche Ermittlungen führte Verwaltungschef Peter Wirtz als Grund an, auch das Persönlichkeits- und Datenschutzrecht diente ihm als Rechtfertigung.
Keine Auskunft zu inhaftierten Pflegeeltern
Und so beschäftigte sich der Jugendhilfeausschuss vornehmlich mit Grundsatzfragen, hörte beispielsweise viel über die Auswahl von Pflegeeltern, deren Kontrolle und Qualifizierung. Doch zu den konkreten Pflegeeltern aus Bad Honnef, die seit dem 23. Juli in Untersuchungshaft sitzen, gab es keine Auskunft.
Wirtz: Mitarbeiter der Stadt Königswinter sind "bestürzt"
Bürgermeister Peter Wirtz betonte zu Beginn seiner Ausführungen, die er vom Blatt ablas, dass die Mitarbeiter der Stadt Königswinter bestürzt sind über den Tod der neunjährigen Anna. Am 23. Juli sei sein Jugendamt um 7.45 Uhr telefonisch durch den betreuenden Fachdienst der Diakonie darüber informiert worden, dass Anna zu Tode gekommen ist. Umgehend hätten sich Jugendamtsmitarbeiter um die Angehörigen gekümmert und diese begleitet. Seitdem laufen Wirtz zufolge auch verwaltungsinterne Untersuchungen.
Wirtz: „Zum jetzigen Zeitpunkt liegen der Stadt keine Erkenntnisse vor, die auf ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten des Jugendamts schließen lassen."
November 2009: Honnef unterrichtet Königswinter von Polizeimeldung über Annas Pflegeeltern
Der Bürgermeister bestätigte, dass das Jugendamt durch die Stadt Bad Honnef am 13. November 2009 über eine Polizeimeldung informiert wurde, die Annas Pflegefamilie betraf. „Diese Meldung ist fachkundig bearbeitet worden. Die Ergebnisse sind in die weitere Hilfeplanung eingeflossen", erklärte der CDU-Mann.




















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