Erneuter Zwischenfall im AKW Cattenom
Cattenom/Saarbrücken/Mainz - Ein erneuter Zwischenfall im französischen Atomkraftwerk Cattenom hat wieder die Forderungen laut werden lassen, das Werk abzuschalten.
Am Freitag wurde Block 2 des Atomkraftwerks manuell abgeschaltet, nachdem in einem Maschinenraum Dampf ausgetreten war, wie das saarländische Umweltministerium am Samstag bestätigte. Grund sei ein Leck gewesen, das sich allerdings im nicht-nuklearen Bereich befinde. Deshalb bestehe keine Gefahr, sagte eine Sprecherin.Die saarländischen Grünen forderten aber umgehend die Abschaltung. «Diese Anlage muss schnellstmöglich und für alle Zeiten vom Netz», erklärte die Grünen-Politikerin Simone Peter am Samstag in Saarbrücken. Diese Fordeurng hat auch die rheinland-pfälzische Energieministerin Eveline Lemke (GRüne) bereits mehrfach erhoben. Die Betriebserlaubnis für die Blöcke im grenznahen Cattenom hätte laut Peter nie erteilt werden dürfen. Auch die Fraktion Die Linke forderte die Abschaltung. Das AKW sei erst vor kurzem gewartet worden. Der neue Kraftwerksdirektor hatte kürzlich erst erklärt, Cattenom könne noch 30 Jahre laufen.
Die Anlage hatte bei Stresstests schlecht abgeschnitten und macht regelmäßig mit Pannen auf sich aufmerksam. Die Nachbarländer Rheinland-Pfalz und Saarland sowie Luxemburg fordern schon länger die sofortige Stilllegung des Atomkraftwerks, weil die Sicherheitstechnik nicht dem heutigen Stand entspreche. Cattenom ist nur wenige Kilometer von Deutschland, Belgien und Luxemburg entfernt.
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