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Englische Zeitung weckt weltweit Angst vor Laacher-See-Vulkan

Maria Laach - Halb Europa von Asche bedeckt, die Sonne verdunkelt, globale Abkühlung und ein Flüchtlingsstrom aus Deutschland – die britische Tageszeitung „Daily Mail“ hat dafür gesorgt, dass dieses Horrorszenario seit Tagen in Europa die Runde macht. Schuld an dem vermeintlich drohenden Unglück: der Laacher See in der Vulkaneifel. Der steht – zumindest wenn es nach britischen „Experten“ geht – nämlich kurz vor einem verheerenden Ausbruch. Ein „Super-Vulkan“, nur rund 630 Kilometer weit weg von der britischen Hauptstadt London, könne jederzeit ausbrechen, titelte das Blatt. Als Beweis für die Geschichte dient ein Onlinevideo, das Blubberbläschen am idyllischen Seeufer zeigt.

So oder so ähnlich stellen sich die Engländer die Katastrophe wohl vor: Für 10 Millionen Euro Produktionskosten ließ RTL 2009 im TV-Zweiteiler „Vulkan“ einen Feuerberg in der Eifel ausbrechen.
RTL


Für die Menschen in der Eifel nichts Besonderes: „Da blubbert es schon seit vielen Tausend Jahren“, schüttelt Vulkanologe Hans-Ulrich Schmincke den Kopf, als wir ihm den englischen Artikel vorlegen. „Diese Behauptungen kann man in die Tonne treten. Die Engländer haben wohl ein Winter- statt eines Sommerlochs. Und sie haben eben keinen Bundespräsidenten.“ Themennot in der Redaktion also statt drohender Katastrophe – und das nicht nur in Großbritannien. Auch andere ausländische Medien sind auf den britischen Zug aufgesprungen. Zeitungen und Internetportale in Rumänien, Italien, Frankreich, Griechenland, der Schweiz, Norwegen und sogar in den Arabischen Emiraten berichten über den gefährlichen deutschen „Super-Vulkan“ unter dem Laacher See. Besorgte Leser kommentieren die Texte im Internet mit Entsetzen.
Dabei können deutsche Experten eindeutig Entwarnung geben. „Wir haben keine Anzeichen dafür, dass der Vulkan vor einem Ausbruch steht“, sagt Seismologe Klaus-Günter Hinzen. Er beobachtet in der Erdbebenstation der Uni Köln in Bensberg auch die Region um den Laacher See. Allein durch aufsteigende Gase und Bläschen im Wasser kann nicht darauf geschlossen werden, dass ein Ausbruch bevorsteht, erklärt er. Dafür müssten mehrere Kriterien zusammenkommen.
Dabei ist ein Ausbruch des Laacher-See-Vulkans längst überfällig, argumentiert die „Daily Mail“ in ihrem Artikel. Denn der letzte Ausbruch liegt 12 900 Jahre zurück, und alle 10 000 bis 12 000 Jahre breche ein solcher „Super-Vulkan“ aus. „Völliger Quatsch“, urteilt Experte Schmincke. „Ob und wann der Vulkan überhaupt wieder ausbricht, das steht in den Sternen.“ Und: „An irgendwelche Regelmäßigkeiten halten sich Vulkane ohnehin nicht.“ Fest steht: Es gibt vulkanischen Aktivitäten in der Eifel. Dass der Laacher-See-Vulkan morgen, übermorgen oder in 1000 Jahren ausbricht, muss das aber nicht bedeuten.
Ohnehin gibt es eigentlich keinen Grund zur Sorge auf der britischen Insel: „Wenn es in ungewisser Zukunft zu einem Ausbruch des Laacher-See-Vulkans kommen sollte“, erklärt Vulkanologe Schmincke, „dann bekommen die Engländer davon höchstwahrscheinlich sowieso nichts ab.“ Denn, da ist sich der Experte ziemlich sicher, wie beim Ausbruch vor rund 13 000 Jahren würde sich die Asche wieder in Richtung Nordosten verteilen. Von unserer Redakteurin Anna Lampert

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Leserkommentare (19)

1
von Harry Hirsch vom 05.01 - 07:51 Uhr
Ist schon längst da. Sarah und Fukushima lassen grüßen.
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von nur ein Bürger vom 05.01 - 09:52 Uhr
jaja, Inseln waren noch nie gut für den Genpool.... Und die Blubberbläschen gab es schon in meiner Jugend und der meiner Eltern.... Und davor ...
3
von Nonkonformist001 vom 05.01 - 12:09 Uhr
Die Historie besagt, dass Blubberbläschen auch in den Gehirnen ihr `Wesen` treiben

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