Demo in Remagen: Die Hintergründe und die Drahtzieher
Remagen - An diesem Samstag kommt es in Remagen (Kreis Ahrweiler) zu einer Demonstration der rechten Szene. Wir beleuchten die Hintergründe:
Nach dem gescheiterten Versuch der Kreisverwaltung Ahrweiler, den Aufmarsch der Neonazis zu verbieten, erwartet die Polizei inzwischen mehr als die 200 angekündigten Teilnehmer. Sie reisen erfahrungsgemäß vor allem aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz an.
Angemeldet hat die Veranstaltung Christian Malcoci aus Nordrhein-Westfalen, der seit mehr als 30 Jahren bundesweit in der rechten Szene aktiv ist und über gute Verbindungen in die Niederlande verfügt, wo er 2002 bei Kommunalwahlen in Kerkrade für die Niederländische Volksunion kandidierte. Seit 2001 gilt er als Spezialist beim Anmelden von Demonstrationen im Spektrum der Freien Kameradschaften.
Und auch das gehört zu seiner Biograhie: 1989 war er als Funktionär zur Vorbereitung der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag von Adolf Hitler an der Besetzung des Büros der Nachrichtenagentur dpa in Essen beteiligt.
Federführend bei Planung und Durchführung ist jedoch das entlang des Rheins von Koblenz bis Bonn operierende "Aktionsbüro Mittelrhein" um Sven Lobeck, Vorsitzender des NPD-Kreisverbands Koblenz, berichtet aktuell die linke Wochenzeitung "Jungle World".
Als Hauptquartier dient den Neonazis ein Hausprojekt in Bad Neuenahr-Ahrweiler, das sogenannte "Braune Haus". "Ihr Aktionsschwerpunkt liegt vor allem auf dem Hinterland. Dort treten sie überaus sicher auf, verhalten sich aggressiv und gefährlich", wird Andreas Stein vom Antifaschistischen Infobüro Rhein-Main zitiert.
Das Gefahrenpotenzial, das von dem Aufmarsch der Rechten in Remagen ausgeht, ist aus Sicht von Frank Thomas, Leiter des Fachkommissariats für politisch motivierte Kriminalität in Koblenz, schwer einzuschätzen. "Wir sind aber gut beraten, sich vom Schock der rechtsextremen Straftaten, die aktuell bundesweit für Entsetzen sorgen, nicht anstecken zu lassen. Ein 14-jähriger Skinhead ist nicht mit einem Mörder gleichzusetzen", sagt Thomas. "Von Ausnahmen abgesehen, laufen solche Veranstaltungen äußerst diszipliniert ab."
Laut Thomas kann man aber davon ausgehen, dass im Tross solcher Veranstaltungen neben überregional agierenden propagandistischen Anführern und Rednern der Szene auch Personen zu finden sind, die mit Gewaltdelikten in Erscheinung getreten oder mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind.




















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