Bombendrohung: Bad Kreuznacher Jahrmarktsgelände geräumt
Bad Kreuznach - Schock für Tausende gut gelaunter Menschen am Samstagabend auf der Bad Kreuznacher Pfingstwiese. Über Lautsprecher wurden sie aufgefordert, das Jahrmarktsgelände zu verlassen. Hintergrund: Am Nachmittag, zwischen 14 und 14.30 Uhr, hatte es eine Bombendrohung gegeben.
Die Polizei wollte zunächst weder bestätigen noch dementieren. Ab 18 Uhr aber machte die Nachricht auf dem Gelände die Runde. Zugleich erhöhte sich die Polizeipräsenz. Um 19.30 Uhr fiel dann in Mainz durch Innenminister Roger Lewentz sowie den Mainzer Polizeipräsidenten die Entscheidung, die Pfingstwiese zu räumen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich auch Oberbürgermeisterin Heike Kaster-Meurer, Jahrmarktsbürgermeister Udo Bausch und sein Vorgänger Karl-Heinz Gilsdorf vor Ort.
Die Karussells drehten sich zunächst noch weiter. Die Räumung sollte ruhig verlaufen, Panik vermieden werden.
Polizei und Sicherheitskräfte liefen von Stand zu Stand, von Schausteller zu Schausteller, um die Leute zu informieren. Nach völliger Räumung soll eine Hundestaffel das Areal durchsuchen. Wie zwischenzeitlich bekannt wurde, hatte der Anrufer damit gedroht, die Bombe zwischen 21 Uhr und 21.30 Uhr zu zünden.
Unterdessen strömten die Jahrmarktsbesucher zurück in die Stadt. Auf den Straßen herrschte starker Verkehr. Zeitweise kam es sogar zu Staus.
Am Abend gab die Polizei bekannt, dass die Bombendrohung bei der Polizei in Bad Kreuznach eingegangen gewesen sei. Sie sei in ausländischer Sprache abgegeben worden. Ihr Gehalt werde überprüft. Nach Angaben der Bad Kreuznacher Polizeidirektion begann die Räumung des Geländes gegen 19.55 Uhr. Eine Stunde später sei die Räumung abgeschlossen worden. "Die Räumung verlief sehr diszipliniert und geordnet", lobte die Polizei. Es sei dabei zu keinen Problemen gekommen.
Der scheidende Jahrmarktsbürgermeister Gilsdorf befürchtet sehr hohe Umsatzeinbußen der Geschäfte auf der Pfingstwiese: "Im siebenstelligen Bereich", sagte er. Ralf Leonhardt vom Schustellerverband sprach von einem „wirtschaftlichen Super-GAU“ für seine Kollegen, die ebenfalls alle den Platz verlassen mussten. „Wenn solche Drohungen bei jedem Volksfest Schule machen, brauchen wir keinen Platz mehr aufzubauen“, beklagte er. Er erwartete die stärksten Umsätze des Jahrmarkts just an diesem Samstagabend: „Wir hätten die optimalen Voraussetzungen gehabt, das wäre einer der stärksten Jahrmarktssamstage überhaupt geworden.“ Den entstandenen wirtschaftlichen Schaden bezeichnete Leonhardt als „nicht mehr normal.“
Der Jahrmarkt ist eins der größten Volksfeste in Rheinland-Pfalz und wird jährlich von mehreren hundertausend Menschen besucht.
gst/hg/stb




















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