Bewegende Trauerfeier für Loveparade-Opfer aus Stadecken
Stadecken-Elsheim - Es ist ein schönes Lächeln, mit dem Kathinka die Trauernden anblickt. In einem Schaukasten vor der Peterskirche in Stadecken-Elsheim hängt ein Bild von der 19-Jährigen, die am vergangenen Wochenende bei der Massenpanik auf der Duisburger Loveparade ums Leben kam.
Von unserem Redakteur Moritz Meyer
Das Foto ist Schwarz-Weiß, unter einer schwarzen Kapuze fallen blonde Haare über die Schultern des Mädchens. Von dort blickt sie auf die vielen Blumensträuße und Kerzen, die ihre Freunde aus der Schule und dem Dorf, Angehörige und alle anderen Anteil nehmenden Menschen dort ablegen. Es ist ein Foto, das Kathinka so zeigt, wie ihre Freunde sie in Erinnerung behalten werden.
„Ihr Humor und ihr Lachen werden unvergessen bleiben“, liest Ernst-Walter Rohmann, evangelischer Pfarrer von Stadecken-Elsheim bei der Andacht aus einem Brief einer Mitschülerin vor. Es ist einer von vielen bewegenden Momenten bei der Trauerfeier für die 19-Jährige. „Ein Kind ist aufgebrochen, ein fröhliches Wochenende mit Musik zu erleben. Sie wurde erstickt in der Masse derer, die Gleiches wollten“, beschreibt Rohmann in seiner Predigt das Geschehene. „Und gerade weil es in Fröhlichkeit passierte, ist das Entsetzen so groß. Jetzt suchen wir Halt in der Verzweiflung.“
200 Menschen wohnten Rohmanns Predigt in der Kirche bei, mit Sicherheit noch mal so viele standen vor dem Gotteshaus und bekamen dort mit, wie auch Rohmann immer wieder die Stimme versagte. Kathinka war in Rohmanns Kirche getauft und später seine Konfirmandenschülerin geworden.
Schon lange vor Beginn der Andacht um 19 Uhr waren die ersten Trauernden gekommen, um Blumen niederzulegen und sich in zwei ausliegende Kondolenzbücher einzutragen.
Minutenlang verharrten Jüngere wie Ältere schweigend vor Kathinkas Bild, die Augen starr geradeaus gerichtet, einige wischen sich Tränen aus dem Gesicht. Nach Reden war niemandem zu Mute, vielmehr schien es, als suche jeder noch mal das innere Gespräch mit der Verstorbenen. Cliquen stehen beieinander, Jugendliche in Kathinkas Alter umarmen sich, spenden sich Trost.
Es gibt keine Schuldzuweisung an diesem Abend, kein Wort in Richtung der Verantwortlichen für die Loveparade. Stattdessen betont Rohmann noch einmal den Charakter, in dem die Technoparade ihre Wurzeln hat. „Es ist ein Lied auf die Liebe, so wir Älteren es früher gesungen haben. Diese Liebe geben wir jetzt weiter.“




















Diesen Artikel versenden