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Anklage im Fall Anna: Bad Honnefs Jugendamt nie zu Vorwürfen gehört

Bad Honnef. Die kleine Anna ist schon seit Monaten beerdigt, gegen ihre Pflegeeltern ist Anklage erhoben, aber noch immer ist nicht klar, welche Rolle die beiden Jugendämter von Bad Honnef und Königswinter spielen. Gegen sie liegt eine Strafanzeige wegen fahrlässiger Tötung und unterlassener Hilfeleistung vor.

Der Fall der getöteten kleinen Anna - eine Geschichte der Verzögerungen und Versäumnisse? Nun hat die Staatsanwaltschaft zwar Anklage auch gegen das Jugendamt Bad Honnef erhoben, Gespräche oder Vernehmungen mit den Zuständigen fanden aber nicht statt.

Bad Honnefs Bürgermeisterin Wally Feiden überraschte jetzt während einer Sitzung des Jugendhilfeausschusses mit der Nachricht, mit ihr oder ihrer Behörde habe die Staatsanwaltschaft bislang noch nicht gesprochen.

Staatsanwältin: Es gab noch keine Gespräche oder gar Vernehmungen

Staatsanwältin Angela Wilhelm bestätigte auf RZ-Anfrage, dass es noch keine Gespräche oder gar Vernehmungen gegeben hat. Die Anklagebehörde prüfe noch, ob ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten vorliegt. Erst wenn ein Anfangsverdacht bestehe, werde die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnehmen, teilte Wilhelm mit. Derzeit werten die Sachbearbeiter die Akten aus, die die Stadt Königswinter zur Verfügung gestellt hat, sowie die Unterlagen, die es im Rahmen des Verfahrens gegen die Pflegeeltern gibt.

Bad Honnefs Bürgermeisterin erschüttert von Details der Anklage

Bürgermeisterin Feiden zeigte sich erschüttert, nachdem sie in der Presse die Details aus der Anklageschrift erfuhr. „Ich bin sprachlos“, sagte Feiden. Besonders entsetzt sei sie, weil Annas Martyrium ein Jahr gedauert habe und sich das neunjährige Kind offenbar niemanden anvertrauen konnte, der ihm helfen konnte.

Laut Anklage hatten die Pflegeeltern das Mädchen über Monate hinweg misshandelt, gefesselt, geknebelt und verletzt. Am Ende soll die Pflegemutter Anna in der Badewanne ertränkt haben.

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