Amerikanische Weinfreunde bangen um Mosel-Riesling
Washington - Für seine Weißweine ist Deutschland international bekannt. "Riesling ist einer der besten Weine der Welt - und ohne Frage kommt der großartigste Riesling aus Deutschland", schreibt etwa die "New York Times".
Und Dave McIntyre, Weinkolumnist der Washington Post, urteilt in seinem Blog: "Für Riesling legt Deutschland den Maßstab fest, mit seinen Weinbaugebieten an Rhein und Mosel." Doch amerikanische Weinfreunde sehen den Mosel-Riesling durch den Bau der Hochmoselbrücke gefährdet - obwohl davon nur ein sehr kleiner Abschnitt des 240 Kilometer langen Moseltals betroffen ist. Auch deutsche Winzer und Weinexperten hatten vor der Brücke gewarnt.
Laut einer Umfrage auf der Internetseite des amerikanischen Weinclubs "German Wine Estates" ist die Moselregion mit 37 Prozent das beliebteste deutsche Weinanbaugebiet, im Weinfreunde-Forum "Corkd" wird über die Brücke und deren mögliche Konsequenzen diskutiert. Die Nutzer des Forums nennen das Moseltal "eines der renommiertesten Weinbaugebiete der Welt"; die Blogger sehen die Brücke als "Gefahr für den deutschen Riesling".
Die Bauarbeiten haben gerade begonnen. 160 Meter hoch und 1,7 Kilometer lang soll die Brücke bei Ürzig (Kreis Bernkastel-Wittlich) sein, vierspurig, mit 16 Meter breiten Pfeilern. Sogar der Kölner Dom hätte darunter Platz. Das Großprojekt "B50neu" mitsamt Brücke hatte im Sommer 2008 nach jahrelangem Rechtsstreit grünes Licht bekommen. Von 2016 an sollen die insgesamt 20 Kilometer die Eifel und Hunsrück verbinden.
Zahlen des Marktforschungsunternehmens Nielsen zeigen die seit Jahren wachsende Beliebtheit des Rieslings in den USA. Neun von zehn von dpa befragten Weinfachgeschäften in der US-Hauptstadt Washington bestätigen: Gerade der Riesling aus dem Moseltal ist bei den Amerikanern gefragt. "Deutscher Mosel-Riesling ist sehr populär bei meinen Kunden", sagt Bassam Al-Kahouaji, Eigentümer des Bacchus Wine Cellar. Matt Roman ist Verkäufer im Calvert Woodley Wines & Spirits. "Deutscher Riesling ist außerordentlich beliebt in unserem Geschäft. Besonders der aus dem Moseltal", sagt er.
Gegner des Hochmoselübergangs, darunter Weinkritiker und Umweltschützer, fürchten, dass die Brücke irreparable Schäden an den Weinbergen verursacht. Bedeutende Lagen, so sind sich die Kritiker sicher, würden durch das 330-Millionen-Euro-Projekt zerstört. "Es gibt eine Bedrohung", schreibt Nathan Scherotter im Forum "Corkd", "diese Bedrohung ist vom Menschen gemacht und könnte die Weinlagen der Mosel-Region schädigen".




















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