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Frauen in Äthiopien helfen

Bad Marienberg - Armut ist das kennzeichnende Merkmal Afrikas, medizinische Nöte sind nur ein Resultat unter vielen. Doch wo kann die Abhilfe beginnen? Eine Westerwälderin hat ihren Weg gefunden. Ramona Lichtenthäler besucht ein Krankenhaus und Projekte des Vereins Fistula, der sich um Frauen mit schweren Geburtsverletzungen kümmert.

Ramona Lichtenthäler besucht ein Hilfsprojekt für Frauen in Äthiopien.

 Afrika ist ein verlockendes Reiseziel, mit fremden Kulturen, tropischen Entdeckungen und spannenden Safaris. Doch wenn Ramona Lichtenthäler in knapp drei Wochen nach Äthiopien aufbricht, hat das einen ganz anderen Grund. Die 36-Jährige, die in Hardt und in Bad Marienberg-Langenbach aufgewachsen ist, engagiert sich für den Verein Fistula. Diese Organisation kümmert sich um ein Leiden, das in Europa schon vergessen, in Entwicklungsländern aber immer noch sehr häufig ist: Blasen-Scheiden-Fisteln.  

In Äthiopien, einem Land mit hoher Müttersterblichkeit, bringen die meisten Frauen ihre Kinder zu Hause zur Welt, ohne medizinische Hilfe. Bei Komplikationen stellen Schwangerschaft und Geburt für die Frauen ein riskantes Unterfangen dar. Bei lange andauernden Wehen drückt der Kopf des Fötus' gegen die Knochen und unterbricht so die Blutzirkulation des dazwischen eingeklemmten mütterlichen Gewebes. Dieses Gewebe stirbt ab. Es entsteht eine bleibende Öffnung zwischen Blase und Scheide, manchmal aber auch zum Enddarm. Die betroffenen Frauen leiden für den Rest ihres Lebens an schwerster Inkontinenz. Als Folge leben viele von ihnen versteckt und sind sich selbst überlassen.

Erste Anlaufstelle für Ramona Lichtenthäler ist das 1974 eröffnete Fistula Hospital in Addis Abeba. Seither wurden dort mehr als 40000 Frauen kostenlos operiert. Gründerin Dr. Catherine Hamlin erhielt 2009 für ihr Lebenswerk den Alternativen Nobelpreis. Um auch vorbeugend tätig zu werden, organisiert Fistula seit geraumer Zeit die Ausbildung von Hebammen, ein erster Examensjahrgang wird noch in diesem Monat verabschiedet.  

Der Verein Fistula finanziert sich komplett durch Spenden und garantiert, dass maximal fünf Prozent für Verwaltungszwecke aufgewandt werden. Der deutsche Ableger von Fistula hat seinen Sitz in Bruchsal. Wer spenden möchte, kann dies mit dem Kennwort "Westerwald hilft" bei der Voba Bruchsal-Bretten tun: Fistula e.V., Konto 41 050 004, Blz. 663 912 00

Mehr dazu lesen Sie in der Montagausgabe der Westerwälder Zeitung.

 

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