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Theater Koblenz zeigt "Macbeth

Koblenz - Es war nicht so geplant, aber es hat sich so ergeben: Nach dem "Sturm" und dem Projekt "Irrgarten der Gefühle" steht nun zu Spielzeiteröffnung "Macbeth" auf dem Spielplan - und damit ist William Shakespeare der meistgespielte Autor der noch jungen Ära des Intendanten Markus Dietze in Koblenz. "Es gibt ja seit der Schlegel/Tieck-Übersetzung so wunderbare Vereinnahmungstendenzen in Deutschland, was diesen Autor betrifft", schmunzelt Dietze beim Vorgespräch vor der "Macbeth"-Premiere.

Die Protagonisten in Shakespeares "Macbeth" am Theater Koblenz: Jona Mues spielt die Titelpartie, Raphaela Crossey spielt Lady Macbeth. Foto: Baus
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"Der Punkt ist der: Diese Texte sind zwar bei genauer Betrachtung nicht zeitlos - wer das behauptet, weiß wenig von englischer Geschichte und dem Theater der Shakespeare-Zeit. Aber was bis heute so ungeheuer fasziniert, ist die durchdringende Sprachgewalt und all das, was menschlich verhandelt wird in diesen Stücken."

Damit diese Sprachgewalt auch beim Besucher ankommt, hat sich Dietze für die Übersetzung von Thomas Brasch von 1990 entschieden - einer der wichtigen Schritte in seiner Vorbereitung für die Produktion. Zu ihr gehört auch die genaue Orientierung über den historischen Hintergrund: "Es ist interessant zu wissen, dass Lady Macbeth älter war als Macbeth, über mehr Geld und gute Beziehungen verfügte - und auch schon ein Kind hatte. Oder auch, dass Macbeth in Wirklichkeit über lange Jahre ein hoch erfolgreicher König war - das konnte Shakespeare in einem Stück über die Schotten natürlich nicht so darstellen." Aufbauend auf dieses Hintergrundwissen kann man natürlich nichts in das bestehende Stück hineinschreiben - aber: "Das kann schon einen großen Unterschied machen, wenn die Schauspieler diese Fakten wissen. Dann füllt sich so manche Szene mit neuem Sinn."

 

Deutlich weggenommen hat das Produktionsteam - Schauspieldirektorin Anne Riecke hat für "Macbeth" die Dramaturgie übernommen - mit den Strichen im Stück: "Wir werden bei zwei Stunden und 20 Minuten landen." Eine vergleichsweise übersichtliche Dauer, die zum guten Teil schon dadurch erreicht wird, dass Dietze die Szenen gestrichen hat, die den Aufführungsbedingungen zu Shakespeares Zeit geschuldet sind: "Das Ensemble muss sehr übersichtlich gewesen sein, alle Schauspieler wurden in mehreren Rollen eingesetzt. Und um ihnen die Umzügen zu ermöglichen, gab es dann immer lange Szenen, in denen Figuren angekündigt werden, die eben noch nicht auf der Bühne sein können. Und die brauchen wir ja in diesem Fall nicht." Kürzer sollte es allerdings für Dietze ebenfalls nicht werden: "Es gibt ja so einen Trend im Theater, alle Stücke in Richtung Hundert Minuten zu bringen. Das halte ich für gefährlich, denn der Reiz daran ist ja nur zu erfassen, wenn man die restlichen vier Stunden vorher schon kennt."

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