Ganz Urmitz kämpft um seinen McÖrms
Urmitz - Würzig, klassisch und eine Spur exotisch: So beschreibt Ortschef Norbert Bahl sein "Örms", wie die Einheimischen Urmitz nennen; und so setzt sich auch der McÖrms zusammen. Ein Rheinörtchen kämpft um seinen Burger - und wird dem Fast-Food-Riesen wohl einen verbraten, wenn es ernst wird und er sich dagegen sperren sollte.
Es wäre eine große Übertreibung, Joffrey Will einen begeisterten Koch zu nennen. Doch was der 30-jährige Kfz-Technikermeister jetzt mehr aus Langeweile kreiert hat, bringt die Urmitzer auf den Geschmack, obwohl noch niemand davon probieren konnte. Urmitz will seinen eigenen Burger. Der Gedanke, dass Sesambrötchen, Fleisch-Fett-Gemisch und ein paar Zutaten den Namen in die Filialen quer durch die Republik tragen, backt die verschworene Ortsgemeinschaft noch mehr zusammen. Der Serviervorschlag hat Chancen, in die Endauswahl zu kommen, aus der die Burger tatsächlich über die Theken wandern. Sogar einen eigenen Rap-Song hat der McÖrms schon.
An all das dachte Joffrey Will nicht, als er - weil krankgeschrieben - ein wenig im Internet surfte. Dabei entkam er auf Facebook nicht dem neuerlichen Versuch von McDonald's, Kunden und Netz in einem Wettbewerb für sich arbeiten zu lassen. Einen Burger selbst zusammenstellen - das machte auch Joffrey Will. "Ich habe mir nicht viel dabei gedacht, ein paar Zutaten, die mir schmecken könnten, nach zehn Minuten war ich fertig." Asia-Salat ist unter anderem dabei (Exotik), Jalapenos und Chili-Soße (Würze) - und das Einheitsbeef. Das nannte er McÖrms, "weil mir der Name direkt in den Sinn kam".
Damit hatte er genau das Rezept gefunden, um die 3600 Urmitzer zu kitzeln und den Erfolgshunger zu wecken. "Wenn hier im Ort eine Veranstaltung ist", sagt Ortsbürgermeister Norbert Bahl, "dann kommen die Leute." Mehr als 30 Ortsvereine gibt es, die Würze ins Dorfleben bringen. "Hier funktioniert das noch richtig gut, anders als in vielen Orten der Umgebung. Und wenn einer etwas startet, dann ziehen andere mit." Bahls Frau hat gerade auch dem McÖrms ihre Stimme gegeben.
Kurz nach Wills Facebook-Posting sprang ein Nachbar darauf an, schrieb weitere Bekannte und Freunde an. Eine kleine Lawine war losgetreten. "Es war ziemlich schnell ein kleiner Hype", sagt Joffrey Will. Ein kleines Team fand sich, das für den McÖrms trommelt, Facebook- und Wer kennt Wen-Seiten der Region abgrast, und eine - allerdings noch kleine - Gruppe "Mc Örms" gründete ("Zeigt, dass ein kleines Dorf viel erreichen kann."). "Ich denke schon, dass so ziemlich jeder, der hier im Ort einen Rechner hat, inzwischen davon weiß. Das ist das Thema Nummer eins hier. Mich sprechen Leute an, mit denen ich ewig nichts mehr zu tun hatte."















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