Abschied vom Großstadtrevier Koblenz: Populärer "Altstadt-Butze" sagt Adieu
Koblenz - Was unterscheidet Felix Volk von Jan Fedder alias Dirk Matthies? Antwort: Volk musste keine Rolle in der TV-Kultserie "Großstadtrevier" spielen, um die Polizeiarbeit in allen Facetten zu erleben. In Bezug auf Bürgernähe und Menschlichkeit drängen sich zwischen dem smarten Fernsehpolizisten und dem sympathischen Koblenzer "Altstadt-Butzen" jedoch große Ähnlichkeiten auf.
Nach 42 Jahren Polizeidienst in seinem geliebten Koblenz geht Hauptkommissar Volk in den Ruhestand. Der in Neuendorf geborene Felix Volk hatte bereits in der Schule den Wunsch, Polizist zu werden. Aber zuvor musste er auf Weisung seiner Eltern erst einmal "was Anständiges lernen", wie er lachend verrät. Nach drei Jahren Lehrzeit mit Abschluss als Kfz-Mechaniker bewarb er sich für den Polizeidienst. Fast wäre seine Karriere schon zu Ende gewesen, bevor sie begann. Beim Gesundheitscheck hatte er vor Aufregung zu hohen Blutdruck. Gerettet hat ihn ein Koblenzer Arzt. Mit den Worten "ein Kowelenzer Jung hat kein schlechtes Blut" attestierte ihm der Mediziner die Tauglichkeit. Nach zwei Jahren Ausbildung trat Volk seinen Dienst beim Ersten Revier in der Altstadt an.
Noch heute schwärmt er von der Koblenzer "Davidswache" auf dem Münzplatz. Da es nur wenige Streifenwagen gab, waren die Polizisten gut zu Fuß. Persönliche Kontakte in "Moddersproch" schafften Vertrauen und Respekt. Gespräche mit Markt- oder Bäckerfrauen förderten oft wertvolle Hinweise auf Stimmungen oder Straftaten zutage. Leichte Damen und schwere Jungs machten damals den Dienst nicht einfach. "Aber es wurde vieles auf dem ,kleinen Dienstweg‘ erledigt. Heute wird jede Kleinigkeit ausgiebig protokolliert", erinnert sich Volk.
Als 1978 die Polizeiwache auf dem Münzplatz geschlossen wurde, zog er - mit gemischten Gefühlen - ins Polizeipräsidium um, denn der Kontakt zum Bürger wurde dünner, aber die Aufgaben nahmen zu. 1993 drückte Volk nochmals die Schulbank und wurde Kommissar. Nach zwei Jahren "Auslandserfahrung" in Boppard kam er als Dienstgruppenleiter ins Präsidium zurück und wurde später Chef vom Lagedienst. Bei zwei Mordfällen war er als Erster am Tatort. "Es war nicht einfach, aber da muss man durch." Vergessen kann er noch immer nicht den Unfalltod eines 13-jährigen Mädchens, das in seinen Armen starb. Belastend für ihn war auch die Pflicht, Angehörigen Todesnachrichten persönlich zu übermitteln. Noch heute ist Felix Volk im Beirat für Notfallseelsorge tätig.
Auch undramatische Einsätze gibt es zu verzeichnen. "Einmal wurden wir gerufen, als gellende Schreie die Nachtruhe störten. Die Klingel war abgestellt. Wir brachen die Tür auf und überraschten ein Liebespaar." Sehr am Herzen liegt ihm die Sicherheit der Bürger. Deshalb war Felix Volk oft auf dem Weihnachtsmarkt oder bei anderen Veranstaltungen präsent, um vornehmlich Taschendiebstähle zu verhindern. Das eine oder andere Küsschen seiner weiblichen Fans zeugt von seiner hohen Popularität.
















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