Schlecker: Mitarbeiter bangen um ihren Job
Rhein-Hunsrück - Mitarbeiter der Drogeriekette Schlecker und des Tochterunternehmens „Ihr Platz“, das Schlecker im Jahr 2008 zu 100 Prozent übernommen hat, bangen in ganz Deutschland um ihre Arbeitsplätze. Auch im Rhein-Hunsrück-Kreis gibt es 13 Filialen der Schleckergruppe. Am Montag hat Schlecker einen Antrag auf Insolvenz beim Amtsgericht Ulm eingereicht, am Donnerstag kam auch die Tochter „Ihr Platz“ hinzu.
Die Telefone bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi stehen seit Montag nicht still. „Die Verunsicherung bei den Mitarbeitern ist sehr groß“, sagt die Verdi-Pressesprecherin auf Anfrage unserer Zeitung. „Wir müssen nun Aufklärungsarbeit leisten.“ Und das heißt: Die Angestellten beruhigen. Denn: „Die Filialen bleiben geöffnet, und das Gehalt der Mitarbeiter ist über das Insolvenzgeld für die nächsten drei Monate gesichert.“ Betroffen sind die Schlecker-Drogeriemärkte sowie die Schlecker-XL-Märkte und die Internetplattform Schlecker Home Shopping, seit gestern jedoch auch „Ihr Platz“.
„Wir wissen nicht, wie viele Filialen und Mitarbeiter wir im Rhein-Hunsrück-Kreis haben“, gab sich ein Schlecker-Pressesprecher auf Anfrage der Rhein-Hunsrück-Zeitung gänzlich unwissend. Nach Recherchen unserer Zeitung ist die Drogeriekette im Rhein-Hunsrück-Kreis momentan mit 13 Filialen präsent. Schlecker ist in Kirchberg, Sohren, Oberwesel, St. Goar, Kastellaun (hier gibt es gleich zwei Filialen), Boppard (zwei Schlecker-Filialen und ein „Ihr Platz“), Bad Salzig, Buchholz und Emmelshausen (XL-Markt) sowie mit einer „Ihr Platz“-Filiale in Simmern vertreten.
Bereits in jüngster Vergangenheit wurden einige Schlecker-Filialen geschlossen, so im Rhein-Hunsrück-Kreis das Geschäft im Simmerner KOM-Center und die Filiale in Rheinböllen.
„Angst um unseren Arbeitsplatz haben wir alle“, sagt eine Mitarbeiterin einer Filiale im Hunsrück, die nicht genannt werden möchte. Nicht nur die Beschäftigten, sondern auch die Kunden zeigen sich von der Schließung betroffen. Trotz der Insolvenz würden die Leute weiter bei Schlecker und „Ihr Platz“ einkaufen. „Das sollen sie auch“, betont die Verdi-Vertreterin.
Die Dienstleistungsgewerkschaft wertet die Pressemitteilung von Schlecker als erstes Signal für die Mitarbeiter. „Schlecker sieht sich demnach den tarifvertraglichen Regelungen verpflichtet“, sagt die Sprecherin. Das beinhalte auch, den Beschäftigten planbare Perspektiven zu bieten. Verdi unterstütze die Bemühungen, das Unternehmen als Ganzes und einen Großteil der Filialen zu erhalten. Die Beschäftigten aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis der betroffenen Unternehmen hoffen, dass ihre Arbeitsstelle dazugehört.












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