Nazi-Demo: Widerstand in Remagen und Sinzig
Remagen/Sinzig - In Sinzig und Remagen formiert sich der Widerstand gegen den Nazi-Aufmarsch in Remagen am Samstag, 19. November. In Sinzig rufen alle Stadtratsparteien und -gruppen bereits für den kommenden Samstag, 12. November, zu einer Mahnwache auf. In Remagen stellt das Bündnis „Remagen für Frieden und Demokratie“ seinen Aktionsplan für den Demo-Tag vor. Das Bündnis übt aber auch Kritik an der Kreisverwaltung.
Weil die Kreisverwaltung für eine Podiumsdiskussion im Foyer der Remagener Rheinhalle am Demo-Tag der Rechten die erforderliche Genehmigung bisher nicht erteilt hat, wird diese Veranstaltung abgesagt. Laut Agnes Menacher, eine der Sprecherinnen des Bündnisses, habe man seitens des Vereins zwar mehrfach an die noch ausstehende schriftliche Genehmigung erinnert, bis gestern aus dem Kreishaus allerdings das notwendige Schreiben nicht erhalten. Aus Sicht der Bündnismitglieder ein schwer verständliches Verhalten, zumal in Remagen der von Bundesmitteln geförderte „Lokale Aktionsplan gegen Rechts und für Integration“ in vollem Gange sei und sowohl der Stadtrat Remagen als auch der Kreistag jeweils eine Resolution gegen Rechtsextremismus verabschiedet hätten. „Leider bleibt uns daher keine andere Wahl, als zumindest diese Veranstaltung abzusagen.“
Am ökumenischen Gottesdienst, der am 19. November ab 11 Uhr direkt an der „Schwarzen Madonna“ gefeiert werden soll, halten wir aber weiterhin fest“, so Agnes Menacher. Im im Namen des Bündnisses fordert sie die Bürger der Region zur Teilnahme an der Feier auf.
Gleichsam will das Bündnis „Remagen für Frieden und Demokratie“ wieder auf dem Marktplatz in der Remagener Innenstadt informieren. Zudem soll die evangelische Friedenskirche an der Marktstraße wieder als Ort für Rückzug, Ruhe und Gespräche geöffnet werden. Somit soll der Plan, nämlich die Stadt Remagen durch positive, demokratische Informationsaktionen und Veranstaltungen zum „Rechts-freien-Raum“ zu machen, zumindest in Teilen in Erfüllung gehen.
Bereits am kommenden Samstag, 12. November, wird es in Sinzig eine Mahnwache gegen Rechtsextremismus geben. Dazu rufen unisono alle Parteien des Sinziger Stadtrates und beide Kirchengemeinden von 18 bis 20 Uhr auf dem Sinziger Kirchplatz auf.
Hintergrund: Im vergangenen Jahr gab es im Stadtgebiet Aufmärsche und Versammlungen der Rechtsextremen am Abend und in der Nacht vor dem Volkstrauertag. Gegen diese Aktivitäten soll in diesem Jahr ein Zeichen für Frieden und Demokratie gesetzt werden. „Die Parteien im Stadtrat und die Kirchen wollen nicht zulassen, dass nationalistisches Gedankengut, Geschichtsverfälschungen und der Hass gegen Minderheiten, Rassismus, Gewalt- und Kriegsverherrlichung in Sinzig unwidersprochen bleiben“, heißt es in der Ankündigung. Gemeinsam solle an die Menschen erinnert werden, die Opfer rassistischer Verfolgung und nationalsozialistischer Verbrechen geworden sind. Mit dieser Aktion sollen auch die Aktivitäten des „Bündnis Remagen für Frieden und Demokratie“ gegen rechtsextreme Aktivitäten unterstützt werden.












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