Kreuznacher Quellen sprudeln sicher
Bad Kreuznach - Das Kreuznacher Trinkwasser ist sicher. Diese Aussage hätte vor 15 Jahren niemand unterschrieben. Das Gebiet rund um die amerikanische Wäscherei Gensinger Straße war – von wem auch immer –mit Chlorkohlenwassersstoffen verseucht. Jetzt wurden die Stadtwerke als erstes rheinland-pfälzisches Versorgungsunternehmen in allen drei Versorgungssparten zertifiziert. Für Strom, für Gas und eben auch für Wasser.
Mit 25 Brunnen, 23 Quellen und 12 Hochbehältern sichern die Kreuznacher Stadtwerke die Trinkwasserversorgung von 61 000 Einwohnern. Vor 15 Jahren stand die Zukunft der Wasserversorgung auf der Kippe. „Heute haben wir das m Griff,“ sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Dietmar Canis auf Anfrage. Die Brunnen an der Nahe waren damals von kontaminierten Wasserströmungen aus dem Gebiet der Marshall-Kaserne bedroht, die Brunnen an der Stromberger Straße hatten zu viel Nitrat. Zu den wichtigsten Gegenmaßnahmen gehörten in den vergangenen zehn Jahren Anlage und Abstimmung von „Abwehrbrunnen“, um die Wasserströmungen zu lenken. Konkret: Das Wasser wurde aus dem verseuchten Bereich herausgepumpt, über Kohlefilter gereinigt und in die Nahe geleitet. Damit wurden die Brunnen am nördlichen Stadtrand vor dem Zulauf von Schmutzwaser geschützt..
Gleichzeitig wurde die Fördermenge dieser Brunnen reduziert, auf Bretzenheimer Gemarkung ein neuer Brunnen gebohrt und die Förderleistung der Brunnen rund um den zentralen Wasserbehälter Stromberger Straße erhöht. Diese waren wegen hoher Nitratbelastung stark reduziert worden. Bei der jahrelangen Debatte um die Winzenheimer Ortsumgehung hatten Gegner der Roxheimer Katzbachtrasse argumentiert, die Brunnen seien unnötig und die Wasserschutzzonen, die die Trassenführung einschränkten, überflüssig. Zur Sicherung wurden Umgehungsstraße Nord und Winzenheimer Ortsumgehung mit Betonwänden versehen.
Als die Kreuznacher Brunnen Mitte der 90er-Jahre von den Aufsichtsbehörden als „nicht schützensfähig“ eingestuft wurden, gab es Pläne für Pipelines vom 100 Kilometer entfernten Primstalsee oder von Guntersblum nach Bad Kreuznach. Das hätte den Wasserpreis massiv verteuert. „Auch die erfolgreich abgeschlossenen Abwehrmaßnahmen erhöhten den Preis,“ räumt Canis ein. Jetzt gelte es, die Schutzgebiete zu optimieren, um auch dieser Auflagen der Überwachungsbehörden zu erfüllen.
Technisch sind die Stadtwerke ohnehin auf dem neusten Stand. Das betonte Staatssekretär Alexander Schweizer vom Wirtschaftsministerium, der am Mittwoch im Wasserwerk die Urkunden für hervorragendes technisches Sicherheitsmanagement übereichte. Auf dem umkämpften liberalisierten Energiemarkt hielten die Stadtwerke an höchsten Standards fest, sagte Schweitzer. Er lobte technisches Kow-how und die Unternehmensorganisation. Mit der Zertifizierung bestätigten DVGW (Deutscher Verband der Gas- und Wasserwirtschaft) und VDE (Verband der Elektronik und Informationstechnik) sichere Gasversorgung, kompetente Strom- und sichere, nachhaltige und umweltverträgliche Trinkwasserversorgung. Die Experten bescheinigen den Stadtwerkeanlagen einen sehr guten technischen Zustand.
Geprüft wurde auch die Fachkompetenz der Mitarbeiter, denen Hunderte von Fragen gestellt wurden. Canis: „Im Zuge der Liberalisierung wird die Versorgungssicherheit diskutiert. Strom und Gas sind bei unbedachtem Umgang gefährlich. Deshalb ist Sicherheitsmanagement ein Unternehmensziel und Versorgungssicherheit ein wichtiger Standortvorteil. Probenentnahmen im Wasserwerk gehören zum Tagesgeschäft. Kreuznacher Trinkwasser erfülle höchste Qualitätsansprüche, lobte Staatssekretär Schweitzer und nahm einen kräftigen Schluck.⋌ (as)














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