Jugendliche reden Klartext mit Politikern in Bad Kreuznach
Bad Kreuznach - Die Direktkandidaten des Landkreises hautnah erleben, diese Chance nutzten 87 junge Menschen aus dem Kreis am Freitagabend bei „Jugendarbeit trifft Politik“ im Jugend- und Kooperationszentrum „Die Mühle“. Organisiert hatte das Jugendforum der Kreisjugendring Bad Kreuznach mit Blick auf die Landtagswahl. Eine gelungene Veranstaltung, darin waren sich alle Teilnehmer einig.
Denn ohne eine Podiumsdiskussion mit epischen Reden, sondern in kleinen Gruppen sollten sich die Politiker den jungen Erwachsenen stellen. Alle neun Landtagsbewerber nutzten die Chance, lediglich CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner fehlte aus Termingründen.
In drei Runden von jeweils 30 Minuten stellten sich die Direktkandidaten den teils bohrenden Fragen ihrer künftigen Wähler. Tricksen oder Rauswinden? Keine Chance. Die jungen Menschen, wobei manch einer schon jenseits der 30 war, hakten kritisch nach, hinterfragten unklare Antworten und nagelten die beiden Damen und sieben Herren aus der Politik fest. Sehr gut kam dabei an: Dass die Mitglieder des Kreisjugendrings mit ihrem stellvertretenden Vorsitzenden Günter Kistner den einzelnen Diskussionen freien Raum ließen.
Zu den ersten beiden Runden hatte der Kreisjugendring die Fragestellungen vorgegeben. So ging es in Runde eins um die Wichtigkeit von Freiräumen, Freiheit oder klaren Regeln. Die zweite Runde stand unter dem Motto „Bildung ist mehr als Schule“, während die dritte Runde thematisch offen blieb. Nach den ersten beiden Runden, wechselten die Gruppen zu anderen Politikern. In der dritten Runde kamen die Politiker zu den Gruppen. Bestimmendes Thema aller Diskussionsrunden war die Ganztagsschule und das ehrenamtliche Engagement in Vereinen und Verbänden. Denn: Die Ganztagsschule mit ihren Verpflichtungen mache es kaum möglich, sich in Vereinen zu engagieren.
Man habe das Problem verstanden, erklärten alle Neun zum Ende der Veranstaltung. Es müssten sich beide, Schulen, wie auch Vereine und Verbände, aufeinander zu bewegen, so die Meinung der Politiker. Zufrieden mit der Veranstaltung waren besonders die Mitglieder des Kreisjugendrings: „Die Beteiligung gibt uns recht, dass die Jugend sich sehr wohl für Politik interessiert“, meinte Kistner.
Josef Nürnberg
Weitere Stimmen von Jugendlichen zu der Veranstaltung lesen Sie in der Montagsausgabe des Oeffentlichen Anzeigers













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