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Auwaldzecken jetzt auch an der Nahe

Pfingsten war ein Fest für Zecken! Gute Deckung durch hohes Gras, warmes Wetter, jede Menge Spaziergänger. An der Nahe tauchte dabei am Wochenende erstmals die aggressive Auwaldzecke auf, die die sogenannte Hundemalaria übertragen kann.

Aggressiv, lauffreudig und jetzt auch bei Schlossböckelheim von Insektenkundler Dr. Burghause gesichtet: Auwaldzecken, die Bobesiose (Hundemalaria) übertragen können.
dpa

 

BAD KREUZNACH. Der kalte und lange Winter hat die Insektenwelt kaum beeinträchtigt. Auch die Zecken sind wieder aktiv, hatten am sonnigen Pfingstfest ihr erstes „Festessen“, sagt Insektenkundler Dr. Frank Burghause vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Bad Kreuznach. Auf den Nahewiesen bei Schlossböckelheim, wo Wärme liebende seltene Insektenarten ein Refugium gefunden haben, entdeckte er am Wochenende auch Auwaldzecken. Diese stammen ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und können vor allem die Babesiose, die sogenannte Hundemalaria übertragen. Auf Menschen können die aggressiven und lauffreudigen Auwaldzecken unter anderem das gefährliche Fleckfieber übertragen.

 

Burghause glaubt nicht, dass die jetzt im Naheraum lebenden Auwaldzecken schon Krankheitsüberträger sind. Wie die in Brandenburg seit 2004 aufgetretenen Insekten an die Nahe gekommen sind? Mit Zugvögeln oder als Mitreisende auf Hunden oder weit gereisten Wanderern, die die als Geheimtipp für Insekten- und Pflanzenkundler geltende mediterrane Nahelandschaft besuchen. Auwaldzecken sind etwas größer als der hier heimische „Holzbock“, der unter anderem die verbreitete Borreliose überträgt.

 

Burghause hat am Wochenende neben Zecken noch viele weitere Wärme liebende Tiere wie seltene Wanzenarten in dem Naturschutzgebiet entdeckt. „Dort können sie auch bleiben, wenn es nicht wieder eine Eiszeit gibt!“, scherzt Burghause, zu den Perspektiven der Einwanderer befragt. Scherzhaft fügt er auch hinzu: „Die Zecken könnten ja den Naturschutz im sensiblen Schlossböckelheimer Gebiet voranbringen.“

 

Wanderer und Hundehalter müssten dazu lediglich hohes Gras und das Gebüsch meiden, in dem sich Hunderte seltene Insektenarten tummeln. In ähnlicher Weise seien auch die Stechmücken am Rhein für den Naturschutz ein Segen. Dr. Frank Burghause: „Wenn die Stechmücken in Massen auftreten, rennen die Leute nämlich weg, und es wird ruhiger in der Natur.“ (as)

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