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    St. VithOffensive für Ausbildung starten

    Ganz Deutschland spricht über den Fachkräftemangel, die Eifel auch. Immer mehr Firmen klagen darüber, dass sie ihre Stellen kaum noch adäquat besetzen können. In der Region Trier liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 3,7 Prozent, in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens beträgt sie 8,3 Prozent.

    Agentur für Arbeit
    Ein immer größer werdendes Problem: Fachkräftemangel.
    Foto: DPA

    St. Vith - Ganz Deutschland spricht über den Fachkräftemangel, die Eifel auch. Immer mehr Firmen klagen darüber, dass sie ihre Stellen kaum noch adäquat besetzen können. In der Region Trier liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 3,7 Prozent, in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens beträgt sie 8,3 Prozent.

    "Fit für die Zukunft? Wie berufliche Bildung Fachkräfte in der Eifel sichern kann" - so lautete der vielversprechende Titel der Konferenz der Zukunftsinitiative Eifel im ostbelgischen St. Vith, zu der rund 200 Gäste aus der gesamten Eifel gekommen waren.

    Dabei ist die Lage in der Region noch nicht so dramatisch wie anderswo, das machte Dirk Werner deutlich. Er ist der stellvertretender Leiter des Wissensbereiches Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik beim Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln. In ihren Studien zur Lage am Ausbildungsmarkt vergleichen die Wissenschaftler sämtliche Landkreise in Deutschland, die Eifelkreise stehen durchweg im oberen Drittel. "Es gibt hier eine relativ gute Lage und kein Strukturproblem", sagte Werner. Dennoch sieht er Potenziale, die man erschließen könne. Beispielsweise könne man die Berufswahlentscheidung Jugendlicher beeinflussen, deren Interesse sich nach wie vor auf zu wenige Berufe konzentrierten. Dem könne man aber mit einer verbesserten Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft, etwa mit Praktika und einer engeren Vernetzung, entgegenwirken.

    Aus Sicht der Betriebe gelte es wiederum, längerfristig zu planen, das Image der Ausbildung zu verbessern und gleichzeitig deren Qualität zu steigern. Insgesamt sei die Eifel vom sich beschleunigenden demografischen Wandel vergleichsweise wenig betroffen. "Eine gute Berufsausbildung ist dabei die zentrale Basis für die Fachkräftesicherung", sagte Werner.

    Wie man dieses Thema angehen kann, zeigte Jan-Peter Kiel, der Vorsitzende des Gewerbevereins Kempenicher Land (Kreis Ahrweiler). Dort ist eine Ausbildungsoffensive gestartet, die verhindern soll, dass die Region ausblutet und die jungen Leute in die Ballungsräume abwandern. Kernstück ist eine bessere und regelmäßigere Information über grundsätzlich vorhandene Ausbildungsplätze. Denn vielfach wüssten die jungen Leute gar nicht, dass man bestimmte Berufe auch vor Ort erlernen kann.

    Günter Behr, Geschäftsführer der HwK Trier, warb für die duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule im Handwerk und gegen die allseits propagierte höhere Akademikerquote. "Es kann ja nicht das Ziel sein, die Quote der promovierten Taxifahrer zu erhöhen", sagte Behr. Wer hingegen eine Ausbildung im Handwerk absolviert habe, der habe "Chancen ohne Ende". Derzeit arbeite man daran, den Hochschulzugang für Gesellen zu erleichtern.

    Von unserem Mitarbeiter Christian Brunker

    Zukunftsinitiative Eifel sucht Lösungen für Fachkräftemangel
    Wirtschaft
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