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  • Schäden in Millionenhöhe an Bahnstrecke zwischen Girod und Montabaur

    Montabaur. Nach dem schweren Unfall am Bahnübergang in Girod in der vergangenen Woche nahmen die Gutachter der Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle des Bundes (EUB) aus Karlsruhe die Ermittlungen auf.

    Die seit 2008 bestehende Behörde des Bundesverkehrsministeriums hat bei schweren Unfällen im Eisenbahnbetrieb die Untersuchungen durchzuführen. Dabei stellte sie fest, dass die technische Sicherung des Bahnübergangs an der L 314, mit den beiderseits der Fahrbahn stehenden roten Blinkleuchten funktioniert hat.

    Ungebremst war ein Autofahrer mit rund 100 Stundenkilometern in den 15. von 20 Waggons des aus Limburg kommenden Güterzuges gerast (die WZ berichtete). Bei dem Aufprall muss mindestens ein Drehgestell des unbeladenen, mehr als 20 Tonnen schweren Waggons entgleist sein. Der Lokführer des von zwei Diesellokomotiven (mit einer Motorleistung von je 2500 PS) gezogenen Zugs hat vom Aufprall und dem entgleisten Wagen, der im Verlauf der Fahrt noch zwei weitere zum entgleisen brachte, nichts gemerkt. Da die Luftleitung nicht beschädigt war, kam es zu keiner Bremsung. Die Wagen zerstörten rund 250 Meter hinter dem Arbeitsplatz des Lokführers fast alle Betonschwellen sowie Schienen, Weichen und Signaleinrichtungen.
    Auf der Fahrt von Girod bis zum über sieben Kilometer entfernten Bahnhof Montabaur wurde an einer Weiche im Bahnhof Goldhausen eine erste Achse aus dem Drehgestell gerissen, die zweite in Montabaur. Bei der Einfahrt in den Güterbahnhof verkantete sich der fünftletzte Waggon, die letzten drei bleiben jedoch im Gleis. Die Bergung erfolgt mit einem großen Autokran vom Fuß des Bahndamms aus. Nach ersten Schätzungen summieren sich die Kosten für die Wiederherstellung auf mehrere Millionen Euro.
    Bereits am Samstag wurden in Hanau neue Betonschwellen verladen, die am Sonntagmorgen von einer kurzfristig angemieteten Güterzug-Dampflokomotive der Museumseisenbahn Hanau über den Taunus bis zum Bahnhof Steinefrenz transportiert wurden. Von dort erfolgt der Weitertransport mit Tiefladern nach Montabaur. Am wichtigsten ist zunächst die Wiederherstellung des kurzen Abschnitts von der Stichstrecke nach Wallmerod bis zum Bahnhof Montabaur. An der ehemaligen Westerwald-Querbahn liegen die meisten Verladestationen der Tonindustrie und die Deponie für das Aushubmaterial des neuen Cochemer Tunnels. Auch Baufahrzeuge zur ICE-Strecke benötigen die derzeit beschädigte Weichenverbindung. Momentan ist der Regionalbahnhof von Montabaur nur von Siershahn aus erreichbar. Die Strecke bleibt bis Steinefrenz mindestens noch eine Woche gesperrt. Ein Gleisumbauzug muss den Abschnitt komplett erneuern.
    Für den Personenverkehr gilt ab heute ein Sonderfahrplan, der zwischen Steinefrenz und Siershahn einen Schienenersatzverkehr mit Bussen vorsieht. Auch die ICE-Züge sollen zwischen Montabaur und Limburg Süd für den Regionalverkehr freigegeben sein.

    Von unserem Mitarbeiter Hans-Peter Günther

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