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  • Buga 2031 - ein Weckruf für die Region?

    Region Mittelrhein. Eine Bundesgartenschau am Mittelrhein - diese Idee wühlt das Tal auf wie kein anderer Vorstoß in den vergangenen Jahrzehnten. Das Jahr 2031 scheint zwar noch lange hin, aber die Vision des rheinland-pfälzischen Innenministers Roger Lewentz (SPD), in den kommenden Jahren auf eine Buga hinzuarbeiten, könnte die Initialzündung sein, die das Ende eines langen Dornröschenschlafes mit sich bringt.

    Mehr als nur ein Fernziel: Innenminister Roger Lewentz hat mit seiner Idee, die Bundesgartenschau 2031 in das Welterbegebiet rund um das Tal der Loreley zu holen, eine Vision für die gesamte Region begründet.
    Mehr als nur ein Fernziel: Innenminister Roger Lewentz hat mit seiner Idee, die Bundesgartenschau 2031 in das Welterbegebiet rund um das Tal der Loreley zu holen, eine Vision für die gesamte Region begründet.
    Foto: Werner Dupius

    Von unserem Redakteur Volker Boch

    Ein Ortstermin mit dem Minister auf der Loreley wird zum Gespräch über das, was in Koblenz im Rahmen der Buga 2011 eine so positive Wirkung gezeigt hat - und 20 Jahre später rund um die Loreley neue Blüten ersprießen lassen könnte. Eines ist eben auch hier, hoch über St. Goarshausen, unverkennbar: Der Eindruck von der einst schmuddeligen, inzwischen aber zum beliebten Kulturdenkmal gewandelten Festung Ehrenbreitstein passt auch an der Loreley ins Bild.

    Bis vor einigen Monaten hing im Besucherzentrum noch ein überaus imposantes Gemälde des für seine Rheinbilder gefeierten Malers Michael Apitz. Mit dem Umzug der Tourismusorganisation Romantischer Rhein nach Koblenz ist es Ende 2014 mit verschwunden - eine Symbolik, die zu dem wenig einladenden Drumherum am berühmtesten deutschen Felsen neben Caspar David Friedrichs "Kreidefelsen auf Rügen" passt.

    Eine Grundsanierung vonnöten

    An der Loreley liegen keine Berge von Müll, gebrauchtes Spritzbesteck oder dreckige Unterwäsche herum, aber es wirkt so, als müsste auch hier wie einst auf dem Ehrenbreitstein eine Grundsanierung vorgenommen werden. So reizvoll der Blick vom Plateau ist, so wenig bleiben die Container an der Freilichtbühne, unattraktive Gehwege und eine eher uninspirierte Biergartenatmosphäre mit Kirmesbänken in Fotoalbum-Erinnerung. Wer einmal dringend zur Toilette muss, steht vor einer kleineren Odyssee.

    Die Loreley 2015 ist noch nicht Buga-reif. Dabei könnte der Nachmittag des Ortstermins mit dem Minister kaum einladender sein, die Sonne strahlt, die Aussicht ist famos. Aber die Atmosphäre steht hinter dem einzigartigen Ausblick ins Tal der Loreley deutlich zurück. Doch Lewentz ist sicher: "Wenn man hier etwas machen will, dann kann man auch etwas entwickeln."

    Das Potenzial der Region steckt wie an der Loreley häufig im Verborgenen. "Die Politik muss die Rahmenbedingungen geben, und wenn die stimmen, dann entwickeln sich auch die Gebiete. Nehmen Sie Koblenz-Ehrenbreitstein, das war ein abgeschriebener Stadtteil - heute ist er das nicht mehr." Genauso wie dort mit einem Programm zum Hochwasserschutz und durch die Buga entscheidende infrastrukturelle Anstöße gegeben worden seien, könnten im Tal Impulse erfolgen.

    Auf einer der Bierbänke nahe dem Aussichtspunkt denkt Lewentz zurück an die vergangenen Tage, in denen auch die Landes-CDU trotz Wahlkampf seinen Gedanken zur Bundesgartenschau 2031 gelobt hat. Mit der in dieser Zeitung erstmals geäußerten Idee zur Buga am Mittelrhein hat der 52-Jährige eine gewaltige Welle losgetreten. "Die Resonanz ist groß", sagt Lewentz. "Viele Leute sagen, dass wir jetzt endlich einmal ein Ziel haben."

    Lewentz kommt aus Kamp-Bornhofen, er weiß, wie die Menschen im Tal ticken, wie groß die Unterschiede zwischen links und rechts und zwischen den einzelnen Ortschaften sind. Er weiß, dass eine Vision wie die Buga Zeit braucht, dass sich das Miteinander entwickeln muss. Aber er weiß auch, dass der Ruck, den viele fordern, bereits mit dem 2002 ans Tal vergebenen Titel des Unesco-Welterbes sanft im Mittelrheintal begonnen hat. Er will daran anknüpfen. "Das Geheimnis der Buga ist, dass ein Weg beginnt, der mit einer Vielzahl an Aufgaben gepflastert ist", sagt Lewentz. "2031, das wäre nur der Höhepunkt."

    Der Beauftragte des Landes für das Welterbe, Kulturstaatssekretär Walter Schumacher, hat kürzlich skizziert, dass seit der Anerkennung als Unesco-Welterbestätte rund 500 Millionen Euro an Fördergeld in die Großregion geflossen ist. Viele deutsche und europäische Fördertöpfe sind dafür angezapft worden, von denen längst nicht nur Projekte wie das der "Modellstadt" St. Goar profitiert haben.

    Rund die Hälfte der Zuschüsse flossen seitens des Landes. Eine Buga würde auch die finanzielle Situation durch infrastrukturelle Investitionen langfristig verbessern. "Es gibt bei der Buga nicht einen Euro Bundesgeld", sagt Lewentz, "das muss vom Land und den Kommunen gestemmt werden." Der unmittelbare Landeszuschuss zur Koblenzer Buga betrug "nur" 49 Millionen Euro, aber über dieses für die Kernaufgaben der Gartenschau gedachte Budget hinaus flossen viele weitere Mittel.

    Euphorie blieb in Koblenz erhalten

    Die Stadt Koblenz hat es erlebt, wie innerhalb kurzer Zeit eine Entwicklung in Gang gekommen ist, die eine Initialzündung für Generationen sein sollte. "Für mich ist die Buga in Koblenz ein absoluter Höhepunkt, weil überall ganz viel entstanden ist", sagt der Minister. Lewentz erzählt von dem Verein Freunde der Buga, der für ihn ein gutes Beispiel darstellt, dass auch in der Gesellschaft der Stadt und im Koblenzer Umfeld etwas verankert geblieben ist von jenem Geist der Erneuerung.

    Erneuern muss sich auch das Mittelrheintal, weiß Lewentz. Zwölf Jahre lang war er Bürgermeister in Kamp-Bornhofen, allein das Thema des Radwegebaus entlang der B 42 hat ihn jahrelang begleitet. So fern es klingt für eine Tourismusregion wie das Mittelrheintal, in dem vor allem Wanderer und Freunde der sanften Erholung willkommen sein sollen: Es gibt rechtsrheinisch nach wie vor keine Möglichkeit, gefahrlos als Radfahrer auf einem durchgängig gut ausgebauten Radweg von Lahnstein nach Rüdesheim zu gelangen. Ein Kilometer Radwegbau entlang der B 42 kostet 3 Millionen Euro.

    Doch dieses und andere Themen sind lange bekannt. Bereits am 8. Juni 2002 lautete eine Überschrift in der rechtsrheinischen Ausgabe dieser Zeitung: "Qualität besser vermarkten". Dies war das Fazit einer Gesprächsrunde mit Lewentz und dem damaligen Umwelt-Staatssekretär Hendrik Hering in Ehrenthal bei St. Goar. "Man muss hier eine gemeinsame Identität entwickeln, aber auch die besonderen Eigenheiten bewahren", lautete das Fazit. Keine drei Wochen später wurde die Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal in die Welterbeliste eingetragen.

    Fehlt immer noch das Bewusstsein?

    13 Jahre sind seit der Anerkennung als Welterbe vergangen, doch was Lewentz im Juni 2015 sagt, galt bereits damals: "Es muss sich etwas tun, es muss ins Bewusstsein der Menschen, dass wir die Kulturlandschaft entwickeln müssen." Die Gaststätte, in der 2002 das Zeitungsgespräch stattfand, ist längst geschlossen - viele andere setzen auf Impulse wie jenen der Buga.

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