• Startseite
  • » Region
  • » Nach Lügengeschichte um getötetes Kind: Neues Leben von Axel L. in Scherben
  • Nach Lügengeschichte um getötetes Kind: Neues Leben von Axel L. in Scherben

    Straßenhaus/Mallorca - Axel L. aus Straßenhaus, der in Mallorca vom Leukämietod seiner Tochter fabulierte, zahlt dafür einen hohen Preis: Zwölf Jahre nach der Tat wird er bundesweit mit seinem unverpixelten Foto und seinem vollen Namen als Kindesmörder vorgeführt. Die "Bild" bringt in ihrer Donnerstagausgabe einen neuen Text.

    Von Ulf Steffenfauseweh und Lars Wienand

    Anzeige

    Screenshot aus dem Video von BildTV. Im Original ist das Gesicht nicht verpixelt, der Name voll ausgeschrieben.
    Screenshot aus dem Video von BildTV. Im Original ist das Gesicht nicht verpixelt, der Name voll ausgeschrieben.

    Die Reporterin, die die rührselige Geschichte über Axel L.. vom 19. Juni geschrieben hat, rief ihn nun in Mallorca an: "Ja, ich habe gelogen“, habe der Mann ihr am Telefon gesagt, schreibt sie. Und weiter soll er ihr gesagt haben: Er habe jahrelang im Gefängnis gesessen, für seine Tat gebüßt. Er hatte seine Tochter Isabell in Lloret de Mar erstickt - und in der Bild erzählt, dass das Mädchen an Leukämie gestorben sei und ihn das aus der Bahn geworfen habe.

    Isabells Bruder Patrick Dick hatte wie eine frühere Freundin der Familie empört Kontakt zur Bild gesucht - "Isabell kann ja nicht mehr für sich sprechen." Doch dort fühlte er sich abgewimmelt, versprochene Rückrufe kamen nicht. Also suchte er Kontakt zu unserer Zeitung, die die wahren Hintergründe zum Bild-Bericht öffentlich machte.

    Noch am gleichen Tag meldete sich auch die Bild-Reporterin bei Patrick Dick, ein Fotograf machte am Mittwoch Fotos von ihm für den neuen Bild-Text. Während der Ursprungstext nur zu lesen war, wenn man sich für den kostenpflichtigen Bereich registrierte, ist der neue Text frei verfügbar. 

    In einem Zusatz erklärt die Zeitung, dass sie aus edlen Motiven bisher nicht berichtet habe. Um "keine alten Wunden aufzureißen" und "aus Rücksichtnahme auf die Familie" habe man darauf zunächst verzichtet . Dabei war es den Angehörigen ja gerade auf eine Richtigstellung angekommen, sie gratulieren sich jetzt zu ihrer Beharrlichkeit. Die Bild weiter: Da sich das Thema aber in sozialen Netzwerken "ausgebreitet und zugespitzt" habe und auch die Rhein-Zeitung berichtet habe, habe Bild in Rücksprache mit allen beteiligten Gesprächspartnern entschieden, die Lügen des Mannes richtigzustellen.

    Axel L. wird nun zitiert: "In meinem neuen Leben erzähle ich niemandem mehr, was damals wirklich geschehen ist.“ Durch seine Lügengeschichte bei der Bild ist dieses neue Leben endgültig ein Scherbenhaufen: Die Zeitung rief gleich auch einen anderen Obdachlosen aus dem Freundeskreis von L. an, um dessen Stellungnahme zu bekommen. "Auch uns hat er immer die Geschichte erzählt - dabei sitzen wir hier seit einem Jahr mit einem Mörder im Park."

    Und auch Verwandte ruhen nicht: Aus deren Kreis wurden offenbar alle Facebook-Freunde von Axel L. angeschrieben und über ihn "aufgeklärt". L. dürfte derzeit als Obdachloser auf Mallorca der einsamste Mensch der Welt sein.

    Die Rhein-Zeitung hat bewusst darauf verzichtet, L. erkennbar zu zeigen und seinen vollen Namen zu nennen. Deshalb verlinken wir an dieser Stelle auch nicht zu dem Text der Bild. 

    Autor:
    Lars Wienand
    (Mail, )

    Vater tötete Tochter und setzt sich als Opfer ins Bild - UPDATE
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige
    Anzeige
    Wetter
    Freitag

    9°C - 24°C
    Samstag

    11°C - 22°C
    Sonntag

    10°C - 16°C
    Montag

    4°C - 12°C
    Anzeige
    Kauf Lokal
    <a href="http://www.rhein-zeitung.de/dossiers/dossier-kauf-lokal.html">Mehr zur RZ-Serie "Kauf lokal"...</a>

    Aktion der Rhein-Zeitung:

    Einkaufen mit Sinn(en) - beim Einzelhändler