Wäller Narren laufen zur Höchstform auf
Westerwaldkreis - Die lausige Kälte der vergangenen Wochen hat auch im Karneval ihre Spuren hinterlassen: Ganze Hasenfamilien, Wolfsrudel oder Bärentrupps waren in ihren Plüschkostümen warm verpackt unterwegs, als am Wochenende viele Karnevalszüge durch die Westewälder Dörfer und Städte rollten.
Petrus schien nicht wirklich sicher zu sein: Schick ich den Wällern doch noch ein paar Schneeflocken auf ihren Pelz, oder gönn ich ihnen wieder die ersten wärmenden Sonnenstrahlen?
Die Narren ließ das ohnehin kalt: Sie hatten sich auf fröhliches Feiern eingerichtet, und ließen sich davon auch beim besten Willen nicht abhalten. Denn am Aschermittwoch ist ja alles schon wieder vorbei. Das machte auch Bezirksdekan Heinz-Walter Barthenheier in der Montabaurer Pfarrkirche St. Peter in Ketten deutlich, wo wie in einigen anderen Pfarrgemeinden ein karnevalistischer Gottesdienst gefeiert wurde. Barthenheier rief dazu auf, nach Fasching die Fröhlichkeit nicht einfach abzulegen, sondern ganz im Sinne des lieben Gottes mit in den Alltag zu nehmen. Und der Montabaurer Ober-Exprinz Dr. Reinhold Fuchs blieb beim traditionellen Capriccio Carnevale (in schwieriger Zeit nach einem Schicksalsschlag) seinem karnevalistischen Motto treu, auch in schwierigen Zeiten den Spaß nicht zu vergessen.
Sicher einer der wichtigsten Fastnachtszüge startete schon am Samstag in Hillscheid. Dort ziehen nämlich schon seit 100 Jahren die Narren als Fußgruppen oder mit Motivwagen durchs Dorf. Der kleine, aber feine und sehr bunte Zug hätte noch ein paar Zuschauer mehr verdient gehabt.
Und in Meudt war die Stimmung auch wieder auf dem besten Level. Hatten im Vorfeld des Zuges Gemeinde und Karnevalverein ihren Streit um die Gangolfushalle doch noch rechtzeitig beigelegt.
In Steinebach, Guckheim und Weidenhahn waren die Narren schon am Samstag unterwegs, während sie sich in Alt- und Neustadt, Maxsain, Höhr-Grenzhausen, Oberelbert, Ransbach-Baumbach und Caan am Fastnachtssonntag auf den Weg machten. Überall wurden sie - ob bei Nieselregen, Schneeschauer oder Sonnenschein - mit einem vielstimmigem Helau empfangen. Von den Wagen und Wägelchen prasselte zum Dank das Wurfmaterial in Mengen auf die kleinen und großen Narren am Straßenrand.
Heute und morgen stehen im Westerwald noch einmal viele bunte Züge auf dem Programm. Am Aschermittwoch ist zwar die Narretei wieder vorbei, doch der Spaß sollte im Alltag erhalten bleiben.
Von unserem Redaktionsleiter Markus Müller













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