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Siemens will Softwareschmiede IBS AG übernehmen

Höhr-Grenzhausen - Siemens will die IBS AG in Höhr-Grenzhausen übernehmen. Das Angebot an die Aktionäre, mit dem der deutsche Elektronik-Riese bei der Software-Schmiede im Westerwald einsteigen will, hat ein Gesamtvolumen von rund 42 Millionen Euro.

Siemens legt ein freundliches Übernahmeangebot für die IBS AG vor. Der IBS-Vorstand ist grundsätzlich damit einverstanden. Foto: Sascha Ditscher
Sascha Ditscher

Der Standort soll erhalten bleiben, erklärte ein Siemens-Sprecher auf Anfrage unserer Zeitung. Auch sollen die 220 Arbeitsplätze bei der IBS zu ihren wesentlichen Bedingungen beibehalten werden: "Wir schätzen das Know-How und die Erfahrungen der Mitarbeiter."

Siemens will sein Portfolio im Bereich Industrie-Software ergänzen. Deshalb sollen die IBS-Aktionäre 6,10 Euro je Aktie in bar erhalten. Die Gesamtzahl der Aktien der IBS liegt bei rund 6,9 Millionen, was ein theoretisches Gesamtvolumen von etwa 42 Millionen Euro ergibt. Der IBS-Vorstand ist grundsätzlich mit dem Übernahmeangebot einverstanden. Klaus-Jürgen Schröder, Gründer, Vorstandsvorsitzender und Hauptaktionär, und Mitglieder seiner Familie, die zur Zeit gut 51 Prozent an der IBS halten, haben einen Vertrag mit Siemens über den Verkauf ihrer Anteile unterzeichnet. Vorstand und Aufsichtsrat werden eine Stellungnahme an die Aktionäre abgeben, sobald die Angebotsunterlagen vorliegen. Das wird voraussichtlich Mitte März der Fall sein.

Die IBS bietet Software-Lösungen in Bereichen wie Qualitätsmanagement und Energieeffizienz. Das Unternehmen hat Tochtergesellschaften in den USA und Litauen sowie eine Niederlassung in China. Zu den IBS-Kunden zählen auch Porsche, Goodyear, Panasonic, Bayer und Tetra Pak.

Siemens verspricht sich durch den Kauf ein erweitertes Angebot im Bereich Automatisierungstechnik. Im Gegenzug kann die IBS von den Vertriebskanälen des "Global Players" profitieren. "Beide werden von dem weltweit führenden Angebot und der starken weltweiten Präsenz von Siemens profitieren", so Schröder.

Siemens ist seit 2007 mit acht Prozent an der IBS beteiligt. Ein Übernahmeversuch scheiterte damals an der Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent. Heute sind vertraglich vor der Annahmefrist bereits 64 Prozent (2007: 59 Prozent) sicher. Die Ausgangslage ist für Siemens also erfolgversprechender als vor fünf Jahren.

Auf die Frage, ob er auch in Zukunft an der Spitze der IBS bleiben will, antwortet Schröder: "Es ist es aktuell noch zu früh, um über die möglichen Konsequenzen einer erfolgreichen Übernahme zu sprechen."

Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

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