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Einbrecher flüchten oft über die A3 und A48

Westerwaldkreis - In der dunklen Jahreszeit steigen die Einbruchzahlen, hieß es bisher. Doch das hat sich im Westerwaldkreis geändert. Die Statistik der Polizeidirektion Montabaur belegt, dass die Übeltäter mittlerweile das ganze Jahr unterwegs sind, um in Häuser und Wohnungen einzubrechen. Ganz besonders in Regionen mit naher Autobahnanbindung. Die Zahl ist steigend: Bis Ende Oktober hat die Polizei im Westerwaldkreis 230 Einbrüche registriert. Im exakten Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 212 Fälle. Mehr als die Hälfte ereignet sich im Bereich der Polizeiinspektion Montabaur.

Einbrecher gehen immer dreister vor.
Photo_Ma - Fotolia

Das Problem ist, sagt Andreas Bode, Sprecher der Westerwälder Polizei, dass zu wenig Zeugenhinweise eingehen. Dabei könnten auch kleine Tipps von Nutzen sein. Wenn Anwohner zum Beispiel fremde Personen oder Autos beobachten und diese rechtzeitig melden. Auf diesem Weg ließe sich die Zahl Einbrüche, bei denen die Täter zumindest gestört, wenn nicht sogar festgenommen werden, erheblich steigern. Derzeit liegt die Zahl der versuchten Einbrüche bei 40 Prozent.

Die Tatorte liegen meist in der Nähe größerer Verkehrswege wie der A 3 oder der A 48. Die Ermittlungen der Polizei belegen, dass überwiegend ortsfremde Täter aktiv sind, die nach der Tat unerkannt über die Autobahn flüchten. Im Februar dieses Jahres zum Beispiel konnte die Polizei in Nordhofen drei Tatverdächtige festnehmen, die von aufmerksamen Nachbarn beobachtet und bei ihrer Tat gestört worden waren. Die Polizei fahndete nach den Tätern und konnte drei Männer aus dem Raum Köln festnehmen, die bereits häufig in Erscheinung getreten sind. Auf frischer Tat lassen sich die Einbrecher in der Regel nur fassen, wenn Nachbarn und Anwohner die Augen offen halten und verdächtige Wahrnehmungen der Polizei melden. Auch dann, wenn die Beobachtungen vermeintlich belanglos scheinen. Bode rät, möglichst das Autokennzeichen, Personenbeschreibungen und auffällige Merkmale aufzuschreiben.
Zur eigenen Sicherheit lässt sich einiges beitragen. Zum Beispiel auch bei kurzer Abwesenheit Fenster und Türen zu schließen. Denn: „Ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster.“ Fremde Personen haben das Gefühl, beobachtet zu werden, wenn sie angesprochen werden. Dabei sollten allerdings keine Auskünfte über Abwesenheitszeiten von Nachbarn gegeben werden. Bargeld und Schmuck gehören in einen Wandsafe. Außerdem sollten alle Wertgegenstände markiert werden, damit sie im Fall eines Diebstahls identifiziert werden können. Nicht nur ältere Fenster und Terrassentüren sind leicht aufzubrechen. Auch Standardfenster in Neubauten bieten oft keinen Mindestschutz gegen Einbrecher.
Zu oft noch genügen wenige Hebelansätze und die Täter gelangen ins Haus, durchsuchen Zimmer, Schränke und Schubladen. Zu oft können Sie unerkannt flüchten. Stehlen Bargeld, Schmuck, Münzen und Elektrogeräte. Zwar werden materielle Schäden zum Teil von der Versicherung ersetzt. Erinnerungsstücke aber sind verloren. Und es bleibt ein ungutes Gefühl, dass Fremde die Privatsphäre gewaltsam durchbrochen haben.   skw

Hinweise auf Verdächtige können unter Telefon 110 der Polizei mitgeteilt werden. Infos zum Schutz gegen Einbrecher gibt die örtliche Polizei oder das Zentrum Polizeiliche Prävention des PP Koblenz, Telefon 0261/1031. Außerdem plant die Polizei für den 15. und 22. November eine Haustür-Aktion, bei der Beamte an der Haustür über Schutzmaßnahmen informieren. Die Orte werde n noch bekannt gegeben. Einen Überblick über Sicherheitsmaßnahmen gibt es auch unter www.polizei-beratung.de

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