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Costa-Schiffbrüchige: Bahn bedauert peinlichen Zwischenfall

Westerwaldkreis/Berlin - Mit Bedauern hat die Deutsche Bahn auf den Zwischenfall reagiert, bei dem sich ein Bahnmitarbeiter strikt geweigert hatte, zwei Costa-Schiffbrüchige aus dem Westerwald ohne Fahrkarte im ICE von Frankfurt nach Montabaur mitzunehmen. "Wir bedauern, dass das von der Kreuzfahrt-Katastrophe betroffene Ehepaar weitere Unannehmlichkeiten auf der Heimreise erlebt hat", ließ die Deutsche Bahn jetzt offiziell auf Anfrage unserer Zeitung verlauten

Die "Costa Concordia" war am 13. Januar vor der toskanischen Küste havariert. Das Kreuzfahrtschiff hatte mit mehr als 4200 Menschen an Bord einen Felsen bei der italienischen Insel Giglio gerammt.
dpa

Das Ehepaar Bleser aus Langenhahn hatte das Kreuzfahrt-Unglück der "Costa Concordia" überlebt und war einen Tag nach seiner Rettung auf Vermittlung der deutschen Botschaft vom italienischen Festland aus mit einem Reisebus nach Frankfurt gebracht worden. Von hier aus sollte das Ehepaar die Rückreise per ICE antreten; die Schiffbrüchigen hatten jedoch nicht ausreichend Geld, um eine Fahrkarte zu lösen. Denn das ursprüngliche Rückfahrticket samt Papieren und Bargeld hatten sie im Safe an Bord des Schiffes zurücklassen müssen.

Die Deutsche Bahn will den Fall nun prüfen. "Nachdem wir den Vorfall bislang nur aus der Presse kennen, nimmt der zuständige Fernverkehrs-Vorstand heute noch mit dem Ehepaar direkt Kontakt auf. Parallel dazu werden die beteiligten DB-Mitarbeiter um Stellungnahmen gebeten", teilte Jürgen Kornmann, Pressesprecher für den Bereich Personenverkehr, in Berlin mit. Die Bahn sei bemüht, den Zwischenfall wieder gut zu machen. "Wir prüfen, inwieweit wir für das Ehepaar nachträglich etwas tun können", sagte Kornmann.

Doch generell müsse der Reiseveranstalter sicherstellen, dass seine Kunden auch in Notfällen wieder sicher nach Hause gebracht werden, betonte der Unternehmenssprecher. "Auch die Hilfsorganisationen und behördlichen Einrichtungen im In- und Ausland bieten entsprechende Unterstützung an, so dass auch ohne Geld oder sonstige Papiere vor dem Fahrtantritt ein Ticket gelöst werden kann", sagte der Bahnsprecher. "Dem DB-Bordpersonal steht für solche Ausnahmefälle kein geeignetes Hilfsinstrumentarium zur Verfügung", betonte Kornmann.

Der Bundesvorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, kritisierte die Deutsche Bahn unterdessen scharf. "Es ist einfach unprofessionell, sich so zu verhalten", sagte Naumann gegenüber der Rhein-Zeitung. Da das Ehepaar keine gültigen Fahrkarten hatte, sei die Rechtslage zwar klar gewesen. "Dennoch muss die Deutsche Bahn auch auf Ausnahmesituationen reagieren können. Die Angestellten trauen sich oftmals nicht kundenfreundlich zu sein und eine Ausnahme von den Vorschriften zu machen, weil sie Angst haben, von oben einen auf den Deckel zu bekommen", sagte der Pro Bahn-Vorsitzende.

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