Weihnachtsdorf Waldbreitbach verbucht sinkende Besucherzahlen
Waldbreitbach - Von Ende November bis Anfang Februar lockt das Weihnachtsdorf die Gäste scharenweise ins Wiedtal. Doch die Besucherzahlen von 2006, 2007 oder 2008 blieben für die Waldbreitbacher auch in dieser Saison unerreichbar. Gastronomen, Gewerbeverband und Touristikbüro haben da übereinstimmende Beobachtungen gemacht.
Das ist für Gustel Hertling, der den Stein vor Jahren ins Rollen gebracht hat, kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Zumal nach wie vor die meisten Gäste kommen, wenn sich Waldbreitbach zum Weihnachtsdorf mit allerlei Attraktionen wandelt. Er spricht von Bussen mit Menschen aus England und Frankreich, die allesamt begeistert waren und anderen von dem Wiedtalort erzählen und wiederkommen wollen. Keine Frage, das Thema Weihnachten und Krippen zieht noch, nicht zuletzt dank Krippenmuseum, größter Wurzelholzkrippe in der Pfarrkirche, Krippenwegen und, und, und.
Zahlen aus dem Touristikbüro belegen das: So verzeichnen die Damen um Irmgard Jungblut passenderweise für Dezember das größte Besucheraufkommen (504) im Büro. Einen weiteren Beleg liefert die Statistik für die telefonische Kontaktaufnahme mit dem Touristikbüro: Die weist für November, also kurz bevor das Weihnachtsdorf an den Start geht, einen hohen Wert (315) aus. Dann gibt es erfahrungsgemäß genau zu diesem touristischen Thema viele Anfragen von außerhalb.
Allerdings sieht Hertling genau im Punkt Verwandlung noch Reserven. Nur den Status quo zu halten und das zu machen, was man immer macht, genüge einfach nicht, um dauerhaft als Anziehungspunkt zu wirken. Überall ist Konkurrenz erwachsen, die offenbar erfolgreich um Besucher buhlt. „Und wer kommt schon jedes Jahr an den denselben Ort, wenn sich da nicht Neues getan hat?“, fragt der Krippenfreund. Dazu passt auch, was Anita Hertling vom Gewerbeverband sagt: „Viele Gäste kommen mit einer Erwartungshaltung.“
Aus Sicht von Gustel Hertling („Zusammenhalt ist für mich das A und O.“) wäre es vor allem wünschenswert, wenn noch mehr als bislang an einem Strang ziehen und mithelfen würden, zumal viele im Ort von den Besuchern profitieren. Mit dieser Meinung steht er nicht alleine da. Irmgard Jungblut sieht da ebenfalls Nachholbedarf. So ließe sich die eine oder andere neue Idee leichter umsetzen. Ein Manko sieht Hertling vor allem für die Zeit vor der Dämmerung. „Da kommen Besucher an und fragen, wo ist es denn, das Weihnachtsdorf.“
Was den Christkindchenmarkt betrifft, den viele Busunternehmer ganz konkret nachfragen, zeigt sich der ausrichtende Gewerbeverband durchaus zufrieden. Vorstandsmitglied Anita Hertling freut sich mit Blick auf das zweite Marktwochenende am dritten Advent über einen „guten Besuch wie lange nicht mehr“. Den Erfolg schreibt sie auch dem guten Wetter zu. Vor einem Jahr habe das anders ausgesehen.
Und was lässt sich beim Markt besser machen? Das Angebot auszuweiten oder gar auf drei Wochenenden zu gehen, hält Hertling für schwer realisierbar. „Dafür fehlen Helfer. Und ich glaube kaum, dass wir dafür Aussteller gewinnen können, denn so viel Besucheraufkommen ist dann doch nicht.“ Das sieht auch Gustel Hertling so: „Da können wir nicht mit großen Märkten konkurrieren, der Christkindchenmarkt ist überschaubar und liebevoll gemacht genau richtig.“
Schwimmender Adventskranz, Pyramide, Adventskalender, Wurzelholzkrippe – dieser Tage verschwinden die Attraktionen des Weihnachtsdorfes nach und nach wieder, bevor sie in gut neun Monaten erneut von fleißigen Händen präsentiert werden. Gustel Hertling plant bereits einen weiteren Hingucker: eine lebensgroße, beleuchtete heilige Familie im Hang oberhalb des Campingplatzes Wiedhof, die von der Straße aus zu sehen sein soll.












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