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Polizei sagt: Ehemalige Bundesstraße in Dierdorf ist keine Raserstrecke

Dierdorf - Verkehrsmessungen lassen aus Sicht von Polizei und Ordnungsamt nur einen Schluss zu: Die Hachenburger Straße in Dierdorf ist keineswegs eine Raserstrecke. Eher das Gegenteil sei der Fall, heißt es in einer Pressemitteilung. Von einer übermäßigen Gefährdung der Anwohner an der ehemaligen Bundesstraße 413, von der Leser Wolfgang Albrecht in einem RZ-Bericht gesprochen hatte, könne keine Rede sein.

Bereits wenige Tage nachdem sich Albrecht bei der Polizei gemeldet hatte, habe die eine Laserkontrolle durchgeführt. Diese sei in den späten Abendstunden erfolgt, weil zu dieser Zeit weniger Fahrzeuge am Fahrbahnrand parken und damit etwaigen Rasern im Wege sind. Im Laufe einer Stunde sind demnach 15 Fahrzeuge gezählt worden. Keines sei schneller als erlaubt gefahren. Dennoch haben die Beamten die Strecke in die Vorplanungen zur Geschwindigkeitsüberwachung aufgenommen, heißt es weiter.
Am 25. Januar haben die Beamten von 7 bis 10 Uhr mit einer Radaranlage die Geschwindigkeiten gemessen. 99 Fahrzeuge sind erfasst worden. Lediglich zwei waren zu schnell, das schnellste fuhr 66 km/h. Darüber hinaus habe die Polizei von Dezember bis Januar immer wieder Standkontrollen gemacht. Ach dabei stellten die Beamten keine besonderen Auffälligkeiten hinsichtlich zu schnellen Fahrens oder Gefährdungen von Fußgängern fest.
Die Auswertung der Unfallhäufigkeit auf der Hachenburger Straße habe für den Zeitraum vom 1. Januar 2009 bis 26. Januar 2012 lediglich sieben Unfälle zutage gefördert – sämtlich ohne Personenschäden. Alle Unfälle ereigneten sich laut Mitteilung im ruhenden Verkehr, etwa beim Ein- oder Ausparken. Zu hohes Tempo sei in keinem Fall Unfallursache gewesen. Die Polizei hält von daher fest: „Die Hachenburger Straße ist auch kein Unfallschwerpunkt.“
Parallel zu den Kontrollen der Polizei hat das Ordnungsamt Dierdorf gemessen. Die Messeinrichtung befand sich über einen Zeitraum von einer Woche in Höhe des Krankenhauses und erfasste die Fahrzeugbewegungen in beide Fahrtrichtungen. Allerdings war das Gerät defekt, sodass nur der Zeitraum Freitag, 13. Januar, bis Montag, 16. Januar, registriert war. Ergebnis: In 66,5 Stunden passierten 1523 Fahrzeuge das Messgerät. 14,90 Prozent fuhren weniger als 30 km/h, 21,60 Prozent zwischen 31 und 40 km/h, 35,13 Prozent zwischen 41 und 50 km/h, 21,93 Prozent zwischen 51 und 60 km/h, 5,38 Prozent zwischen 61 und 70 km/h, 0,66 Prozent zwischen 71 und 80 km/h und 0,40 Prozent zwischen 80 und 90 km/h. Zu welchen Tageszeiten die Geschwindigkeiten über 60 km/h gefahren wurden, lässt sich den Messwerten nicht entnehmen, erläutert die Polizei weiter.
Um Zahlen für eine Woche zu erlangen, wird in absehbarer Zeit die Messung mittels stationärer Messeinrichtung wiederholt, kündigt die Polizei an. „Sollten sich hierbei wider Erwarten andere Ergebnisse als die bisherigen einstellen, werden weitergehende Maßnahmen geprüft.“
Im Übrigen gilt laut Polizei die Hachenburger Straße mit einem durchschnittlichen Aufkommen an Kraftfahrzeugen von 550 pro Tag als ruhige Straße, obwohl sich dort das Krankenhaus, das Seniorenzentrum und der Friedhof mit entsprechendem Besucheraufkommen befinden. Es gibt in Dierdorf deutlich höher belastete Straßen bis hin zur B 413, auf der sich täglich mehr als 20 000 Fahrzeuge bewegen.

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