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Nach der Absage: Fans wollen "kleine" Rheinkultur auf die Beine stellen

Bonn - Nachdem die Veranstalter der Bonner „R(h)einkultur“ Europas größtes Umsonst-und-draußen-Festival für 2012 abgesagt haben, hat sich eine Alternativ-Bewegung gebildet. Viele Fans wollen einfach nicht wahrhaben, dass es im kommenden Jahr kein Open-Air-Fest in der Rheinaue geben soll.

Das war die Rheinkultur 2011. Gibt es nächstes Jahr eine Ausgabe im "Kleinformat"?
Marcelo Peerenboom

„Rheinkultur 2012 – wir feiern trotz allem gemeinsam und friedlich“ lautet der Titel einer Facebook-Gruppe im Internet. Dort werden Jonas Kopp, Felix Musazlioglu und Dennis Freitag, die Gründer der Gruppe, schon sehr konkret. Sie wollen am Samstag, 7. Juli, von 14 bis 23.30 Uhr in den Bonner Rheinauen „ein kleines Festival“ stattfinden lassen und durch lokalen Nachwuchsbands eine Plattform bieten. Ähnlich hatten die Rheinkultur-Gründer vor knapp 30 Jahren auch mal angefangen. Während anfangs nur einige Tausend Besucher kamen, strömten zuletzt mehrere Hunderttausend Musikfans an den Rhein nach Bonn.
„Wir werden uns mit der Stadt Bonn zusammensetzen, um dafür zu sorgen, dass eine Alternative stattfinden kann“, heißt es bei Facebook. Die Veranstaltung soll nach dem Willen der Initiatoren „friedlich und legal“ ablaufen. „Wir wollen einfach gemeinsam und friedlich feiern und der Bonner Stadtverwaltung ein Zeichen setzen, mehr auf die Jugendkultur einzugehen und nicht nur Millionen für ein Festspielhaus oder das WCCB auszugeben“, erklären Kopp, Musazlioglu und Freitag. Die bundesweite Fangemeinde reagiert bislang weitgehend begeistert. Innerhalb kurzer Zeit hat die Alternativveranstaltung 10 550 Zusagen erhalten.
Unterdessen hat Holger Jan Schmidt, Geschäftsführer der Rheinkultur GmbH, klargestellt, dass es nicht ausreicht, den Status quo finanziell zu halten, um das Festival zu retten. Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch hatte als Reaktion auf die Festivalabsage erklärt, die Stadt stehe zu ihrer Zusage, weiterhin 80 000 Euro Zuschuss zu zahlen. Im Budget brauche man mindestens 200 000 Euro mehr, erklärte Schmidt. Den bisherigen Drahtseilakt machten die Gesellschafter einfach nicht mehr mit, hieß es. Auch ansonsten müsse sich noch viel tun – auch bei dem Stadtwerken, die für den Nahverkehr zuständig sind –, damit die Rheinkultur jemals wieder eine Chance hat. Dennoch soll es in Kürze ein Gespräch zwischen Stadt Bonn und den Festivalorganisatoren geben. Bei der Absage für das kommende Jahr soll es allerdings bleiben. (mp)

Bewerbungen nehmen die Organisatoren unter alternativfestival@gmx.de entgegen.

http://www.facebook.com/event.php?eid=275991729089717

 

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