Ministerin lobt: Solarpark in Oberdreis ist beispielhaft
Oberdreis - Bei gutem Wetter kann Oberdreis schon heute Strom an die Nachbargemeinden exportieren: Am Samstag weihte die Gemeinde nun auch offiziell ihren Solarpark auf der ehemaligen Erdablagerungsdeponie ein. Bei strahlendem Sonnenschein und klirrender Kälte waren viele offizielle Gäste, darunter die Mainzer Wirtschaftsministerin Eveline Lemke, gekommen, um die blau schimmernden Module aus nächster Nähe in Augenschein zu nehmen.
"Vor fünf Jahren schlugen Pläne für Windkraftanlagen in unserer Gemeinde hohe Wellen", erinnert sich Ortsbürgermeister Dieter Klein-Ventur. Die Windräder kamen letztlich nicht zustande, aber mit dem Solarpark konnte die Gemeinde schließlich doch noch in regenerative Energien auf dem eigenen Boden investieren. Bevor der Solarpark seinen Platz auf der ehemaligen Erdablagerungsdeponie gefunden hat, prägte eine wechselvolle Geschichte das Gelände: Bis um 1860 mit Wald bedeckt, diente es fast 140 Jahre lang als Tongrube.
Der Tonabbau endete 1999, seitdem steht die angrenzende Tonzeche leer. Die Gemeinde Oberdreis wandelte das ehemalige Bergbaugelände in eine Erdablagerungsdeponie um, um es nach und nach zu verfüllen, Spuren der Bergbauarbeiten sind am Rand des heutigen Solarparks noch zu sehen. Schließlich konnten die Gemeinde und Sybac Solar AG die letzten Verträge für den Solarpark im August 2010 unter Dach und Fach bringen, noch im gleichen Monat war Baubeginn. Schon im Dezember startete der erste Betrieb der neuen Solarmodule, aber durch den verregneten Herbst und den langen, strengen Winter sind sie sie erst seit März 2011 dauerhaft am Netz.
"Die Oberdreiser haben das Konzept diktiert und zäh verhandelt", berichtete der Aufsichtsratsvorsitzende der Sybac Solar AG, Christian Rautenberg, bei der Einweihung augenzwinkernd. Denn die Gemeinde hat einen Anteil von rund 23 Prozent an der Gesamtanlage und dafür rund zwei Millionen Euro angelegt. "Die Beteiligung war uns extrem wichtig", betont der Ortsbürgermeister und bedauert eigentlich nur, dass eine Beteiligung der Bürger sich mangels Zeit nicht mehr bewerkstelligen ließ.
Trotzdem sprach Wirtschaftsministerin Lemke dem Oberdreiser Projekt eine Vorreiterrolle in Rheinland-Pfalz zu: "Als Gesellschaft müssen wir gemeinsam durchleben, dass die Energiewende kein Traum ist", sagte sie in ihrer Ansprache. Andere Bürgermeister aus dem Land will sie künftig gerne nach Oberdreis schicken, um die Details der Anlage und ihrer Entstehung aus der Nähe zu betrachten und sich daran ein Beispiel zu nehmen.
Den Oberdreisern kann das nur recht sein, wie Puderbachs Bürgermeister Wolfgang Kunz zusammenfasste: "Die Gemeinde hat einen Meilenstein gesetzt. Andere werden folgen."
Von unserer Mitarbeiterin Angela Göbler












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