Gaststätte und Hotel: Die Elisabeth-Höhe in Melsbach steht wieder leer
Melsbach - Irgendetwas läuft schief mit der Elisabeth-Höhe in Melsbach: In den knapp fünf Jahren seit der Wiedereröffnung des von der Gemeinde kernsanierten Hauses haben schon drei Pächter aufgegeben. Der bislang letzte Wirt führte die Gaststätte, die auch über einen kleinen Hotelbetrieb verfügt, sogar nur zehn Monate. Seit dem 31. Januar 2012 steht das Haus nun weder leer. Die Gemeindeverantwortlichen müssen sich also auf die Suche nach einem neuen Betreiber machen.
Von unserem Redakteur Ulf Steffenfauseweh
Keine leichte Aufgabe, denn, so betont ein sichtlich zerknirschter Beigeordneter Jürgen Rose: „Die Bewerber stehen nicht Schlange“.
Doch woran liegt es, dass gleich drei Pächter um Auflösungsverträge baten? Weil sie mit den Verträgen auch Wohlgefallensklauseln unterschrieben haben, wollen sich Rose und Ortsbürgermeister Joachim Herzog dazu nur sehr verhalten äußern. In einem aber sind sie sich mit den drei Fraktionssprechern im Gemeinderat, Michael Schönberg (SPD), Bodo Polifka (CDU) und Norbert Wolter (FWG), einig: Daran, dass man mit der Elisabeth-Höhe kein Geld verdienen könnte, liegt es nicht! Das unterstreichen sie im Gespräch mit der RZ unisono. Genauso wie sie betonen, bislang alle Entscheidungen zur Elisabeth-Höhe einstimmig getroffen zu haben.
„Die Pacht ist so angemessen, dass sich das Geschäfts lohnen muss, wenn man es denn richtig betreibt“, sagt beispielsweise Schönberg und verweist auf einige Vorzüge des Hauses: alles neu renoviert, eine Küche, die für bis zu 200 Essen ausgelegt ist und keine Bindung an eine Brauerei.
Ähnlich ist Wolter überzeugt: „Wenn ein Betreiber willens ist, sich zu engagieren, kann er hier problemlos seinen Lebensunterhalt verdienen. Denn die monatlich zu erbringenden Pachtzahlungen liegen nur unwesentlich über dem Satz für normale Wohnmieten. Leider fehlte der Einsatz“, sagt er.
Als Beispiel führt er die Ferienwohnungen an: Denn während die Gemeinde die vier Doppelzimmer zur Wiedereröffnung 2007 eingerichtet hatte, sind die beiden kleinen Wohnungen unmöbliert. „Das wäre Aufgabe des Pächters gewesen. Aber keiner der drei hat es geschafft“, sagt der Ortsbürgermeister. Dabei ist er sicher, dass dies eine lohnende Investition gewesen wäre: „Das war einer der Gründe, warum wir uns für den Ankauf und die Sanierung entscheiden haben: Wir wollten für unsere Bürger eine Gaststätte und einen Veranstaltungsraum für kleinere Feiern, aber wir wollten auch die Nachfrage nach Übernachtungen aus der eigenen Bevölkerung befriedigen“, sagt Herzog und erklärt, dass viele Zugezogene in dem 200-Einwohner-Ort leben, die Freunde und Familie aus ihrer alten Heimat empfangen und unterbringen wollen. Hinzu kämen Firmen aus dem Neuwieder Raum, die für Übernachtungsgäste sorgen. „Wenn man es richtig bewerben würde, was leider nie geschehen ist, könnte man zudem sicher auch viele Touristen anlocken“, ergänzt er und führt die gute Lage für Wandertouristen an.
Also lag es an der Auswahl der Betreiber? So explizit wollen die Gemeindeverantwortlichen das nicht sagen. Vielmehr betont Beigeordneter Rose, dass alle drei ein Konzept vorgestellt hätten, das überzeugen konnte. „Man kann ja leider nicht dahinter gucken“, sagt er und ergänzt vielsagend: „Wir werden uns den nächsten Pächter sehr genau ansehen und darauf achten, dass er auch eine entsprechende Ausbildung hat.“












Diesen Artikel versenden