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Feuerverzinker Wiegel wehrt sich gegen Neuwieder Umweltbedenken

Neuwied/Rheinau - Die Firma Wiegel will im Neuwieder Industriegebiet eine neue Feuerverzinkerei bauen. Dagegen protestiert der Verein Neuwieder Umweltschutz. Die RZ hat sich ein solches Werk in Rheinau angesehen.

Immer den Schildern Richtung Paris folgen und dann – kurz vor der deutsch-französischen Grenze steht es da auf der linken Seite: das Werk der Firma Wiegel, in dem Tag für Tag tonnenweise Eisen und Stahl verzinkt wird. Genau ein solches Werk will die Firma Wiegel auch in Neuwied bauen: im Industriegebiet Friedrichshof. Deshalb sind wir hier: Die RZ hat sich die Feuerverzinkerei im badischen Rheinau (Ortenaukreis) angesehen.

Wer in diesen Tagen die Wiegel-Werkshalle betritt, der sollte sich warm anziehen. Eine Heizung findet sich dort nicht. „Das würde überhaupt keinen Sinn ergeben, so oft, wie hier das Tor auf- und zugeht“, sagt Harald Füchtenbusch. Er ist der Geschäftsführer der Wiegel Verwaltung GmbH & Co. KG und lädt gern dazu ein, eine der zahlreichen Betriebsstätten der Wiegel-Gruppe besichtigen. Nur so, sagt er, kann man Bürgern die Angst vor einer Feuerverzinkerei nehmen. Als das vorletzte Jahr die Entscheidung fiel, in Rheinau zu investieren, da packte Füchtenbusch den gesamten Stadtrat samt Bürgermeister in einen Bus und fuhr mit ihnen gemeinsam zu einer Feuerverzinkerei. Ergebnis: Alle waren angetan, und auch aus der Bürgerschaft kamen keine Einwendungen. Ein Erörterungstermin hatte sich im Genehmigungsverfahren erübrigt.

In Neuwied sieht die Welt ein wenig anders aus. Kaum hatte die Stadt Anfang Dezember in einer öffentlichen Bekanntmachung in der RZ die Bürgerbeteiligung für das geplante Werk in Neuwied in Gang gesetzt, regte sich Widerstand. Insbesondere der Verein Neuwieder Umweltschutz sorgt sich und befürchtet eine hohe Belastung der Atemluft in der Stadt, verweist auf Feinstaub und Stockoxide sowie giftige Schwermetalle.

Harald Füchtenbusch und sein Kollege Horst Bender, Geschäftsführer des Rheinbrohler Werks, der künftig den Neuwieder Betrieb leitet, hätten sich gewünscht, dass sich der Verein einmal bei ihnen gemeldet hätte. Dann, so sind die beiden sicher, hätten sich die Sorge um die Abgase in Luft aufgelöst. Bei solchen Gelegenheiten berichtet Füchtenbusch dann gern von den vielen Umweltschutzpreisen, die sein Unternehmen bereits erhalten hat und von dem Pilotprojekt, das vor rund 20 Jahren in Nürnberg verwirklicht wurde. Dort steht mitten in der Stadt eine Feuerverzinkerei – und für die erstmals vollständig eingehauste Verzinkerei gab's dann sogar einen Umweltschutzpreis.

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