Schrift:

Aus fürs Open-Air: Die Bonner Rheinkultur gibt es nicht mehr

Bonn - Ein herber Schlag für alle Musikfans: Europas größtes eintrittsfreies Open-Air-Festival ist Geschichte, 2012 wird es keine 30. Rheinkultur geben.

Solche Bilder wird es nicht mehr geben: Die Rheinkultur ist Geschichte.
Marcelo Peerenboom

Die Gesellschafter des Veranstalters haben die Nase voll – und sind auch nicht bereit, weiter das finanzielle Risiko zu tragen. Sie haben frustriert das Handtuch geschmissen, wie sie bei einer Pressekonferenz im Parkrestaurant in der Rheinaue bekannt gaben. Ein ganzes Bündel von Gründen führte offenbar zu der Entscheidung, die den Machern der Rheinkultur schwer fiel. Hauptgrund: zu wenig Unterstützung durch die Stadt Bonn.

Mit den Verantwortlichen der Stadt Bonn gehen die Festivalveranstalter deshalb hart ins Gericht. Sie werfen der Kommune vor, ihnen immer neue Hürden in den Weg gestellt zu haben. Wirkliche Unterstützung und Hilfe habe man nicht erfahren. Das ernüchternde Ergebnis fasst Burkhard Schmoll vom Rheinkultur-Team so zusammen: „Die Schere zwischen Risiko und getragener Verantwortung einerseits und dem persönlichen Resultat andererseits ging Jahr für Jahr immer weiter auseinander.“

Was die Festivalmacher besonders ärgert: Die Stadt Bonn habe der Rheinkultur nicht den Stellenwert beigemessen, den sie verdiene. Schmoll: „Die Bedeutung des Festivals und die Strahlkraft in Bezug auf eine junge Zielgruppe weit über die Stadtgrenzen hinaus ist seitens der Stadt weit unterschätzt worden.“ Zwar werbe man gerne mit der „Rheinkultur“ – beispielsweise im Imagefilm der Stadt Bonn – und spare auch nicht mit verbalen Bekundungen. Aber: „Konkrete Handlungen und Verbesserungen sind rar gesät“, sagte Schmoll.
Vor allem bei der Aufteilung der Zuschüsse ist die Rheinkultur laut Ernst-Ludwig Hartz schlecht weggekommen. 50 Millionen Euro umfasst der Kulturetat der Stadt Bonn. „95 Prozent der Gelder gehen an Kulturveranstaltungen wie zum Beispiel das Beethovenfest. Diese ziehen aber nur fünf Prozent der Besucher“, rechnete er kopfschüttelnd vor. „Wir haben hier in Bonn eigentlich viel Geld. Es ist schon sehr traurig, wie die Stadt sich verhält. Die Veranstaltung ist ohnehin jedes Jahr ein Drahtseilakt für uns. Wir sind jedoch jetzt an einem Punkt angekommen, wo es nicht mehr geht.“
Die Macher der Rheinkultur zeigten sich auch frustriert wegen der ihrer Meinung nach kontinuierlichen Ungleichbehandlung im Vergleich zu anderen Großveranstaltungen in der Stadt. Etwa was Auflagen und Anforderungen an den ÖPNV oder die Lärmemissionen betrifft. Nachdem bereits die Open-Air-Konzerte auf der Bonner Museumsmeile Geschichte sind und an diesem Platz nicht mehr fortgesetzt werden, befindet sich die einstige Bundeshauptstadt auf dem besten Wege, nur noch mit klassischen Konzerten auf sich aufmerksam zu machen.

1 von 2
Weiter
1.4
1,4 (112 Stimmen)

Regionalwetter

Samstag

9°C - 25°C
Sonntag

11°C - 26°C
Montag

12°C - 26°C
Dienstag

10°C - 23°C
Anzeige
Unsere aktuellen Sonderthemen

Lokalteil wählen

Altenkirchen, Betzdorf, Wissen Remagen Montabaur Andernach, Mayen Linz, Neuwied Koblenz Diez Bad Ems Zell Simmern Birkenfeld Kirn Kirn Mainz
Anzeige

Event-Kalender

Was läuft im Kino?

Hier finden Sie das Programm für die Kinos in Ihrer Region. Wählen Sie einen Ort und surfen Sie bequem durch die aktuellen Spielzeiten Ihrer Wunschfilme..

Enkenbach Kusel Hoppstädten-Weiersbach Kirn Bernkastel-Kues Alzey bad kreuznach Bitburg Ingelheim Bingen Simmern Mainz Geisenheim Wiesbaden Prüm Cochem Daun Hillesheim Boppard Bad Schwalbach Nastätten Zollhaus Mayen Koblenz Lahnstein Limburg Montabaur Bad Neuenahr Neuwied Frickhofen Hachenburg Altenkirchen Neitersen Bonn siegen

Kontakt Redaktion Neuwied

So erreichen Sie uns:

 

Leserbrief schreiben

 

Rhein-Zeitung Neuwied

Engerser Straße 26+28
56564 Neuwied

 

Redaktion rz-neuwied@rhein-zeitung.net
Telefon 02631/9546-0
Fax 02631/9546-10