202 Trabis treffen sich in Döttesfeld
Döttesfeld - Ein bisschen rauchen muss er: Für seine Fans ist der Sound eines Zweitakt-Motors unter der Haube eines Trabanten noch immer Musik in die Ohren. Am Wochenende pilgerten die Freunde des kultigen Plastikautos wieder in Scharen nach Döttesfeld, wo die Westerwälder Trabifreunde zum Trabitreffen einluden. Und von Jahr zu Jahr werden es mehr: Auf der Wiese unter dem Schützenhaus hatten diesmal 202 Teilnehmer ihre liebevoll hergerichteten Gefährte in Reih und Glied aufgestellt.
Für die Trabi-Freunde war es ein kleines Jubiläum: 1990 trafen sie sich zum ersten Mal in Rott bei Flammersfeld, damals waren ganze drei Autos dabei. Aber in den kommenden Jahren kamen immer mehr Liebhaber der „Rennpappen“ dazu, bis der ganze Trupp 2004 aus purem Platzmangel nach Döttesfeld auswanderte und seitdem immer wieder kommt. Zum 20. Geburtstag des Treffens hatten sich die Organisatoren sogar etwas Besonderes einfallen lassen: Am Samstag unterhielten sie ihre Gäste mit einem Konzert der Live-Band „Na sowas XXL“ und einem großen Feuerwerk.
Wie jedes Jahr nutzten die Trabant-Besitzer die Chance, sich auf dem letzten Trabi-Treffen der Saison nochmal mit Ersatzteilen für lange Bastelnächte im Winter einzudecken. Zwischendurch bewiesen sie im Schützenhaus aber auch ihre Treffsicherheit: Auf der Schießanlage des Schützenvereins schossen die Treffteilnehmer ihren internen Schützenkönig unter sich aus – schließlich ist ein scharfes Auge für jeden Fahrer ein Muss.
Mittlerweile ist das Döttesfelder Event das größte Trabi-Treffen Westdeutschlands, dessen guter Ruf immer mehr Plaste-Fans anlockt. „Alle in der Szene sagen, da musst du mal hin“, bestätigt auch Ulrich Hölig. Unter den Trabi-Fans ist der Zwickauer eine kleine Berühmtheit, denn er durfte als Autobauer am allerletzten Trabant mitschrauben, der je vom Band rollte. Seinen eigenen Trabant 601 hat er mit allen möglichen Extras ausgerüstet und ihn zum Cabrio umbauen lassen, auf den Sitzen nahm schon etliche Prominenz von „Pur“-Sänger Hartmut Engler bis zu Spitzenpolitikern Platz. Die Zeitungsausschnitte, die Hölig über sich und sein Gefährt gesammelt hat, füllen inzwischen eine ganze Plastiktüte.
Die Trabi-Fans wollen auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder nach Döttesfeld kommen – und den Sound von Zweitakt-Motoren werden sie ganz sicher mitbringen. (ago)












Diesen Artikel versenden