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Mordpläne im Internetchat: 29-Jährige steht nach Bluttat in Baumholder vor Gericht

Bad Kreuznach/Baumholder - Sie sei nicht das Monster, für das sie gehalten werde, sagte eine junge Frau, die sich seit gestern vor der Schwurgerichtskammer des Kreuznacher Landgerichts wegen versuchten Mordes verantworten muss. Die Staatsanwaltschaft wirft der 29-Jährigen aus der Nähe von Baumholder vor, sie habe gemeinsam mit ihrem damaligen Liebhaber, einem US-Soldaten, einen Plan ausgeheckt, um ihren Ehemann loszuwerden. Vor Gericht wies die Angeklagte dies zurück. Sie habe ihren Mann zwar betrogen, doch sie habe ihn zu keinem Zeitpunkt selbst töten oder töten lassen wollen.

Als der Liebhaber mit einem Hammer auf ihren Mann losging, ihn würgte und ihm drei Stiche mit einem Messer zufügte, sei sie „total perplex“ gewesen. Ihr Mann habe sie aufgefordert, die Flucht zu ergreifen. Auf die Idee einzugreifen, um zu helfen, sei sie gar nicht gekommen. Mordgedanken gegenüber ihrem Gatten hätten bei der „notorischen Lügnerin“ in der jüngsten Zeit der Ehe öfter eine Rolle gespielt, hielt der Vorsitzende Richter Dr. Bruno Kremer dagegen und fragte, warum ihr Mann beispielsweise im Schlaf Stiche verspürt und nach dem Aufwachen neben sich eine voll aufgezogene Insulinspritze gefunden hatte.
Ob man mit Insulin jemand umbringen könne, wie man Bremsen am Pkw manipuliert oder wie ein Elektroschocker wirke, seien Inhalte mehrerer Schriftwechsel zwischen der Angeklagten und ihrem Liebhaber per Internetchat gewesen. Die Mutter eines zwei Jahre alten Kindes erklärte, das seien nicht weiter ernst gemeinte Gedankenspiele gewesen. Die Beziehung zu dem Soldaten sei nur „ein Abenteuer“ gewesen.
Seine Geliebte habe ihm immer wieder von massiven Übergriffen durch ihren Mann berichtet, gab dagegen der 31 Jahre alte Soldat zu Protokoll, dessen Verurteilung zu zwölf Jahren durch ein US-Militärgericht noch nicht rechtskräftig ist, als Zeuge aus. Die Angeklagte habe erzählt, wie sie von ihrem Mann geschlagen, getreten und letztlich auch mehrfach vergewaltigt worden sei. So habe er sich nach Absprache mit der Geliebten dazu entschlossen, dem vermeintlichen Tyrannen einen Denkzettel zu verpassen. Es sei geplant gewesen, den Ehemann zusammenzuschlagen. Um Spuren zu verhindern, habe er sich maskiert und mit Handschuhen ausgestattet, um den Mann mit einem Werkzeug niederzuschlagen. Beide fuhren zum Haus der Angeklagten. Dort bewaffnete sich der Soldat mit einem Hammer und wartete in einem Schrank, bis der Ehemann vorbei kam.
Es folgte das Gerangel mit Schlägen und Würgen. Der Ehemann sei geflüchtet und hätte plötzlich ein Messer in der Hand gehalten. Er habe sich ebenfalls ein Messer greifen können und habe dann zugestochen, so der US-Soldat. „Als ich merkte, dass der Stich in den Rücken tiefer ging, wusste ich, dass ich größeren Schaden angerichtet hatte und lief weg.“
Großes Glück habe der Ehemann gehabt, sagte ein Rechtsmediziner als Sachverständiger aus. Hätte die Rettungskette nicht so gut funktioniert, wäre der Mann wohl gestorben. Der Prozess wird am 9. Februar fortgesetzt. rm


 

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