Mit letzter Kraft das Messer geschnappt: Opfer sagt vor dem Landgericht aus
Bad Kreuznach/Baumholder - Im Prozess wegen versuchten Mordes sagte am zweiten Verhandlungstag der Schwurgerichtskammer des Kreuznacher Landgerichts das Opfer (der Ehemann der Angeklagten) aus, um auch gleich Stellung für seine Frau zu beziehen. Die Staatsanwaltschaft wirft der 29-Jährigen aus der Nähe von Baumholder vor, sie habe gemeinsam mit ihrem damaligen Liebhaber, einem US-Soldaten, einen Plan ausgeheckt, um ihren Ehemann loszuwerden (die NZ berichtete). Er glaube an die Darstellungen seiner Frau, die ihre Unschuld beteuert, sagte das Opfer. Laut Aktenlage gebe es keinen Hinweis darauf, dass die Angeklagte ihren damaligen Liebhaber zu der Tat angestiftet habe.
Anschließend schilderte der Mann aus seiner Sicht den Tathergang in der Nacht des zweiten Februar 2011. Demnach sei er gegen 23.30 Uhr ins Bett gegangen, aber gegen 1 Uhr bereits wieder aufgewacht, als seine Frau mit dem weinenden Kind auf dem Arm das Schlafzimmer betrat und ihn darum bat, sich ebenfalls um den kleinen Sohn zu kümmern. Er sei zwar sehr müde gewesen, habe sich aber doch dazu entschlossen aufzustehen. Nachdem er auf dem Weg in das Wohnzimmer die Treppe hinuntergegangen war, habe er plötzlich einen Schlag auf den Hinterkopf verspürt. Als er sich umdrehen wollte, habe es die nächsten Schläge gesetzt, insgesamt acht, wie die Rechtsmedizin später herausfand. Anschließend sei er in den Schwitzkasten genommen worden. "Ich habe kaum noch Luft bekommen." Auch habe er sich nicht wehren können. "Ich fand auf dem Boden kaum Halt, denn alles war voll Blut." In dem Moment sei ihm klar geworden, dass es sich bei dem Täter um keinen Einbrecher handeln konnte, denn der hätte schon längst fliehen können. Seiner Frau, die mit dem Kind auf dem Arm im Türrahmen stand, habe er zugerufen, sie solle weglaufen und die Polizei verständigen. Einmal habe er sie aber auch dazu aufgefordert ein Messer zu holen und das "Schwein" abzustechen. Sie habe aber nur geschrien, dass sie dazu nicht fähig sei. Als sich der Ehemann schließlich doch aus dem Schwitzkasten befreien konnte, rannte er in die Küche und schnappte sich mit letzter Kraft ein Messer aus dem Messerblock. Plötzlich sei er herumgerissen worden, und er habe Angesicht zu Angesicht gegenüber dem Täter gestanden. Der habe mit einer Bewegung um ihn herumgegriffen und ihm das Messer in den Rücken gestochen.rm
Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.














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