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Jazz Winter schreibt über Fesseln und Sex

Die Welt der Gefesselten und Fesselnden hat ihre eigenen Begriffe jenseits der "Stinos", der Stinknormalen, die viel zu "Vanilla" sind, um die Welt von "Dom" und "Sub" zu verstehen. Jazz Winter hat sich vertraut gemacht mit den Regeln der Szene: "Der Grundkonsens des BDSM heißt SSC, und das bedeutet Safe, also sicher, Sane, gesund, und Consensual, also einvernehmlich. Das vorher vereinbarte Safeword gibt eine zusätzliche Sicherheit." Aber wie viel Einvernehmlichkeit bleibt einer hilflos Gefesselten? Wie kann Erica ein Safeword sagen, wenn ihr ein Knebel im Rachen steckt und sie alleine im Wald zurückgelassen wird? Wie kann sie sich sicher sein, dass ihr "Dom" sich an die zuvor getroffenen Vereinbarungen hält?

Die Auflagenhöhe von Jazz Winters erstem Buch liegt im fünfstelligen Bereich, es ist eine Auflage, von der die meisten anderen Autoren nur träumen können. "In der Buchbranche ist Erotik ein Dauerbrenner, wenn die Romane gut geschrieben sind", sagt Jazz Winter. Dabei findet die immer wiederkehrende Katharsis der Protagonisten in einer kaum wandlungsfähigen Form statt, was schlicht und ergreifend schon recht bald langweilen kann - was aber auch bei Pornofilmen noch nie die Zuschauer ernsthaft verprellt hat. "Erotische Bücher sind für Frauen das, was Pornos für die Männer sind."

Fünf Jahre ist es her, dass sie ihre erste Kurzgeschichte in einer Anthologie veröffentlichte. Damals schrieb sie noch "Dark Fantasie". "Aber dann habe ich mir überlegt: ,Wo will ich als Autorin hin?'" Das Schreiben von erotischen Texten fiel ihr leicht, sie recherchierte, las die Bücher anderer Autorinnen, die oft schlecht recherchiert und ziemlich platt waren. "Ich dachte mir, es muss doch möglich sein, die Gefühle der Protagonisten zu schildern." Das gelingt ihr: "Nur weil sie sich sinnlich und erregt einem Mann unterwarf, der ihr Verlangen zu befriedigen wusste, hieß das nicht, dass sie ihr Selbstbewusstsein dafür aufgeben musste. Eine sexuelle Spielart macht aus mir keine andere Frau."* Oder etwa doch? "Danke, Sir, dass Sie mich benutzt haben."* Mit dem Schreiben hat Jazz Winter eine radikale berufliche Kehrtwendung vollzogen. 1972 wurde sie in Remagen geboren, sie lernte den Beruf der Groß- und Außenhandelskauffrau. Anfang der 90er Jahre zog sie mit ihrem damaligen Mann nach Brohl in der Eifel, heute lebt sie allein in dem 200 Jahre alten Bauernhof in der Ortsmitte. "Das Happy End wartet noch auf mich."

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