Der Laden läuft: Zeller Schülerfirma verkauft ihre Kunstwerke
Zell - Eine eigene Firma zu gründen, davon träumen viele Erwachsene. Für einige Schüler der sechsten bis achten Klassen der Integrierten Gesamtschule (IGS) Zell ist dieser Traum seit dem Sommer Wirklichkeit geworden. Und der Laden läuft auf Touren, wie jetzt eine Zwischenbilanz ergibt.
Zusammen mit ihrem Lehrer Daniel Steup, der die Idee zum Projekt lieferte, haben Schüler die Schülerfirma „Creative Kids 4 IGS“ gegründet. Das Geschäftskonzept ist einfach und trotzdem genial: Es geht um die Vermarktung von Kunstobjekten, die die Schüler selbst hergestellt haben. „Das spiegelt das Profil unserer Schule wider. Hier wurde Kunst schon immer groß geschrieben“, sagt Martin Richerzhagen, der engagierte Kunstlehrer und kreative Kopf des Unternehmens. So dürfen die Schüler stolz sein auf ihre gelungenen Werke, die sie in den Geschäftsräumen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PKF in der Schlossstraße in Zell präsentieren.
Als Thomas Donsbach, Steuerberater der PKF, die leeren Wände in seinen neuen Büroräumen sah, dachte er sofort an die „Creative Kids“, zu denen seine Tochter Viktoria gehört. Und so kam die Schülerfirma zu ihrem ersten großen Auftrag. Die Wände wurden ausgemessen, anschließend wurden ganz individuell mehrere großformatige Leinwände bemalt.
Auf den ersten Blick erinnern die Bilder mit ihren verschiedenfarbigen Quadraten an die Glasfenster des zeitgenössischen Künstlers Gerhard Richter im Kölner Dom. Allerdings finden sich auf den Kunstwerken der „Creative Kids“ die Silhouetten verschiedener deutscher Städte wieder und drücken so den Bildern ihren ganz eigenen Stempel auf.
Auf die Frage, was sie mit dem Geld, das sie beim Verkauf der Bilder erzielen, anstellen wollen, zucken die beiden Geschäftsgründer Enrico Leusch und André Butzen mit den Schultern. „Auf jeden Fall soll das Geld unserer Schule zugutekommen. Vielleicht können wir einen Teil davon an unsere Partnerschule in Ruanda spenden“, antworten beide etwas zögerlich. Geldverdienen scheint für die Kinder nicht im Vordergrund zu stehen. Es geht ihnen vielmehr darum, etwas fürs Leben zu lernen, Fähigkeiten und Talente zu entdecken und für das Berufsleben wichtige Kenntnisse zu erlangen. Wie gut, dass ihnen dabei neben ihren Lehrern auch externe Projektbegleiter aus den Bereichen Wirtschaft und Recht beratend zur Seite stehen. Dass ihr Unternehmen auf Erfolgskurs fährt, haben sie auch dem guten Miteinander zu verdanken.
So ist es nicht verwunderlich, dass sechs weitere Aufträge vor der Tür stehen, die die Schüler gar nicht alleine bewältigen können. Sie haben Aufträge an Klassen weitergegeben und entsprechen damit auch noch genau dem Konzept der IGS.
Neben der Erfüllung ihrer Aufträge haben die Kinder noch ein anderes ganz großes Ziel vor Augen: den bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerb für die beste Schülerfirma. Wer den gewinnt, erhält einen Geldpreis und darf nach Berlin fahren.Ulrike Platten-Wirtz













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