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Seit fünf Tagen kein Trinkwasser: Bewohner eines Hochhauses sitzen auf dem Trockenen

Mayen - Die Nerven liegen bei den Bewohnern eines Hochhauses in der Alten Hohl in Mayen blank: Seit fünf Tagen sind sie ohne Trinkwasser – wegen schädlicher Keime sind mindestens zwei Bewohner an Durchfall erkrankt. Ein Ende der Misere ist noch nicht abzusehen.

Die Bewohner des Hochhauses in der Alten Hohl sind verunsichert – sie müssen bis auf Weiteres mit Notleitungen und Wasser aus dem Supermarkt klarkommen. Die Ursache für die Verunreinigung des Trinkwassers ist noch nicht entdeckt worden.
Andreas Walz

Das Frischwasser ist seit Donnerstagabend abgestellt – nachdem offensichtlich wurde, dass Schmutz das Trinkwasser verunreinigt hat. Das Gesundheitsamt Mayen-Koblenz trat auf den Plan und verhängte das Trinkwasserverbot, weil das Wasser Keime enthielt. „Es wurden schädliche Keime im Trinkwasser festgestellt, und danach wurde die Anlage umgehend gesperrt. Seitdem sind wir konsequent dort tätig“, sagte Dr. Jürgen Otten, der Leiter des Gesundheitsamtes. An der Qualität des von außen durch die Stadtwerke zugeführten Wassers liegt es offenbar nicht. „Am Wasserzähler kommt von uns das gelieferte Wasser an, das sauber und intakt ist“, sagte Heinz Stoll, der Geschäftsführer der Wasserwerke Mayen unmissverständlich.
Was war geschehen? Nach Aussagen von Bewohnern, die namentlich nicht genannt werden möchten, zeigte das Wasser bereits am Montag, 14. November, erste Verfärbungen auf. „Das Wasser war verdreckt, trübe und hat geschäumt. Baden war nicht mehr möglich, die Rückstände blieben in der Wanne“, sagt eine Bewohnerin. Nachdem im gesamten Haus das Problem aufgetreten war, wurden Hausmeister und Stadtwerke informiert. Der Technische Leiter des Wasserwerks, Ferd Faber, setzte am Dienstag den Vermieter, die Deutsche Wohnen AG, in Kenntnis. „Danach geschah bis zum Donnerstag nichts. Wir wurden alle im Ungewissen gelassen“, klagt eine Anwohnerin.
Erst am Donnerstag wurde die Lage dem Gesundheitsamt mitgeteilt, das sofort reagierte. Tätig geworden ist mittlerweile auch der Vermieter. „Wir haben ein gravierendes Problem festgestellt und suchen nach jetzigem Stand noch nach der Ursache“, sagt die Leiterin Unternehmen und Kommunikation der Deutsche Wohnen AG, Manuela Damianakis. Mittlerweile wurden Duschcontainer vor dem Haus aufgestellt, in Mayener Supermärkten wurde Frischwasser eingekauft und den Bewohnern vor die Tür gestellt. Waschmaschinen sollen folgen. Eine nicht keimfreie Notleitung wurde gelegt, um zumindest die Toilettenspülung bedienen zu können. Die Anwohner haben einen Schlüssel für drei leer stehende Wohnungen im Hochhaus nebenan erhalten, um dort duschen zu können. Dies alles stellt die Anwohner aber nicht zufrieden. „Das zehrt an unseren Nerven, und zudem wird täglich in unsere Privatsphäre eingegriffen“, sagt einer. Und: „Niemand klärt uns auf, ich werde mich bei einem Anwalt beraten lassen.“

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