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    HachenburgGeplante Moschee in Hachenburg: Nachbarn fordern schlichten Bau

    Seitdem bekannt geworden ist, dass die türkisch-islamische Ditib-Gemeinde in der Hachenburger Adolph-Kolping-Straße ein Grundstück erworben hat mit dem Ziel, dort eine Moschee zu errichten, wird rund um die Stadt über das Projekt diskutiert - pro und kontra. Aktiv geworden ist eine Gruppe von rund 40 Nachbarn angrenzender Straßenzüge im Stadtteil Altstadt: Mit einer Unterschriftensammlung bitten sie die Hachenburger Bauverwaltung darum, keine Minarette und keine sichtbare Außenkuppel/Dachkuppel zu genehmigen.

    Blick in eine Moschee in Koblenz: Auch in Hachenburg ist ein islamisches Gebetshaus geplant.
    Blick in eine Moschee in Koblenz: Auch in Hachenburg ist ein islamisches Gebetshaus geplant.
    Foto: dpa

    Von unserer Redakteurin Nadja Hoffmann-Heidrich

    In einem Begleitschreiben bringen die Nachbarn aber auch zum Ausdruck, dass sie sich mit einem schlichten Baukörper wie dem der Ditib-Moschee in Selters anfreunden könnten. Und weiter heißt es: "Ein nicht sehr auffälliges Gebäude wie der Königreichssaal der Jehovas Zeugen an der Lindenstraße (Parallelstraße zur Adolph-Kolping-Straße) mit einem fast nicht wahrnehmbaren/geräuschlosen Innenleben wäre akzeptabel."

    Bauamtsleiter Björn Oettgen erklärt auf Anfrage, dass die Verwaltung die Unterschriftenliste ernst nimmt. Er hat den Nachbarn vorerst dahin gehend geantwortet, dass aktuell noch kein Bauantrag vorliegt und der Verwaltung somit noch keinerlei gestalterische Pläne der Gemeinde bekannt sind. Wenn der Bauantrag eingeht, sei zu prüfen, ob dieser in den Bebauungsplan passe. Wenn Abweichungen gewünscht seien, müsste ein Einvernehmen mit der Stadt hergestellt werden, heißt: Der Rat müsste entscheiden.

    Offen ist aufgrund der fehlenden Unterlagen auch noch, ob letztlich die Verbandsgemeinde oder die Kreisverwaltung für das Genehmigungsverfahren zuständig ist. Das hängt vom Volumen des Gebäudes ab, wie Oettgen betont. Und er fügt hinzu: "Die Bauverwaltung entscheidet ausschließlich nach baurechtlichen, objektiven Kriterien." Altstadts Ortsvorsteherin Anne Nink teilt mit, dass sie in allen Gesprächen mit Ditib-Mitgliedern versichert bekommen habe, dass es definitiv kein Minarett und auch keine Kuppel geben soll - und auch keinen rufenden Muezzin. Nink kündigte an, alle Anlieger bei den Planungen mit ins Boot nehmen zu wollen. Auf politischer Ebene hat sich unter anderem bereits der Ältestenrat der Stadt mit dem von der Ditib-Gemeinde geplanten Projekt auseinandergesetzt. "Außer dem Kauf ist bislang nichts passiert", unterstreicht Stadtbürgermeister Karl-Wilhelm Röttig.

    Vor rund zwei Jahren war das Vorhaben der Muslime, eine Moschee auf dem Platz neben dem Schützenhaus in der Alpenroder Straße zu errichten, daran gescheitert, dass im Grundbuch eine Dienstbarkeit des Schützenvereins für das städtische Gelände eingetragen ist (die WZ berichtete). Damals hatte der geplante Bau in der Bevölkerung hohe Wellen geschlagen. Experten der beiden christlichen Kirchen in unserer Region hatten damals zu gegenseitigem Verständnis aufgerufen.

    In der aktuellen Diskussion bewerten viele Bürger vor allem die Nähe der Ditib-Gemeinde zum türkischen Präsidenten Erdogan kritisch. Andreas Herrmann, Referent für Interreligiösen Dialog - Islam beim Zentrum Ökumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, schreibt dazu auf Anfrage: "In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Situation geändert. Die Politik Erdogans nimmt in der Türkei bedenkliche Formen an, und seine jüngsten Äußerungen zur Armenien-Resolution zeigen nun sogar in Deutschland ähnliche Reaktionen, wie wir sie aus der Türkei kennen: dass Menschen, die eine andere Meinung vertreten, pauschal diffamiert werden. [...] Die aktuellen Stellungnahmen der Ditib in Deutschland zeigen, wie die Ditib zwischen den Stühlen sitzt, zwischen einer AKP-treuen Gesinnung und einer Kritik an Erdogan. Insofern blicke ich skeptischer auf die Ditib. Und doch plädiere ich dafür, nicht in ein allgemeines Ditib-Bashing (Beschimpfung) einzustimmen und insoweit zu differenzieren, wie die Menschen vor Ort in den Vereinen agieren und welche Ziele sie verfolgen."

    Auch Professor Joachim Valentin, Islambeauftragter des Bistums Limburg, sieht die politische Entwicklung in der Türkei kritisch. Gleichzeitig verweist er aber auf das im Grundgesetz verankerte Recht auf positive Religionsausübung. Nach wie vor gehe von der Ditib keine Gefahr aus. Sondern sie sei ein verlässlicher Partner der Landesregierung und auch der Kirchen etwa in Sachen Schulen oder Flüchtlingsintegration, so die Information des Bistums Limburg.

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