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  • Die Ludolfs: War Peter der Familientyrann?

    Dernbach. Im Fernsehen war er immer der lustige Dicke mit der hohen Stimme. Der, der laut lacht, die Arme ausbreitet und „Ich hab euch alle lieb“ trällert. Doch ist Peter Ludolf abseits der Kameras ganz anders? Das jedenfalls behaupten seine Brüder jetzt im Gespräch mit unserer Zeitung. Haustyrann? „Das ist noch sehr freundlich ausgedrückt“, sagt Uwe.

    Ob der Aussagen von Dirk Lating sind (von links) Uwe, Tommy und Manni Ludolf derzeit wohl nicht mehr ganz so gut drauf, wie auf diesem Bild, das sie kurz vor der Ausstrahlung ihres TV-Comebacks zeigt.
    Ob der Aussagen von Dirk Lating sind (von links) Uwe, Tommy und Manni Ludolf derzeit wohl nicht mehr ganz so gut drauf, wie auf diesem Bild, das sie kurz vor der Ausstrahlung ihres TV-Comebacks zeigt.
    Foto: Ulf Steffenfauseweh

    Von unserem Redakteur 
Ulf Steffenfauseweh

    Er und sein Bruder Manni sind sich einig: Die TV-Idylle war Schein, nachdem Mutter Marianne 2005 starb und Peter sich zum Firmenchef aufschwang. Er soll bis 2011 alle Gagen eingesackt und Hungerlöhne gezahlt haben. „Sie haben für weniger als 2 Euro in der Stunde gearbeitet“, sagt Anwältin Tanja Hennigfeld-Lafrentz aus Puderbach, die die „Linden-Ludolfs“ vertritt. Zum Beleg zeigt sie eine Lohnbescheinigung – in krakeliger Handschrift verfasst und schwungvoll unterschrieben: Danach verdiente Manni als Angestellter im Familienbetrieb 493,71 Euro im Monat. Entsprechend sieht sein Rentenbescheid aus, den die Anwältin vorlegt: 2011 hatte Manfred Ludolf einen Anspruch von 217,40 Euro pro Monat erarbeitet. Prognose bei Erreichen der Regelaltersgrenze: 350,48 Euro.

    „Das ging einfach nicht mehr“, sagt Manni und gibt zu, dass er lange naiv war. Erst auf der „Alm“ seien ihm die Augen geöffnet worden. Anschließend habe er sich vom „Alphatierchen“, so nennt er Peter, emanzipiert, gegen dessen Willen eine Freundin gefunden und geheiratet. Öffentlich machen wollten die Brüder das alles dennoch nicht. „Wir wollten nur Ruhe haben und etwas aufbauen“, sagt Uwe, dem vergangenes Jahr aufgrund einer Krebserkrankung eine Niere entfernt worden ist. Und auch Sohn Tommy findet, „dass das alles gar nicht in die Öffentlichkeit gehört“.

    Doch die gegenüber unserer Zeitung getätigten Aussagen von Peters neuem Teammitglied Dirk Lating ließen keine andere Möglichkeit, sagen sie. Schließlich hat der „Monzaguhru“ nahegelegt, dass die Brüder etwas damit zu tun haben könnten, dass nach einem Einbruch ins Dernbacher Haus – angebliche – 200 000 Euro fehlten. „Sie wollen keine Schlammschlacht, aber diese Behauptungen sind existenzgefährdend“, betont Anwältin Hennigfeld-Lafrentz. Es sind bereits Buchungen zurückgezogen worden.

    Steht das Schrottimperium in Dernbach nun endgültig vor dem aus?
    Steht das Schrottimperium in Dernbach nun endgültig vor dem aus?
    Foto: Jörg Niebergall

    Alle drei Ludolfs beteuern, dass sie noch nicht einmal von der Polizei vernommen worden, also offensichtlich nicht verdächtig sind. Lediglich bei Manni, dem offiziellen Hauseigentümer, hätten einmal Beamte vor der Tür gestanden und sich erkundigt, wo sie Peter erreichen können. Als der Polizist dann in Metelen anrief, sei die Reaktion merkwürdig gewesen, erinnert er sich. „Dirk Lating hat ihnen gesagt, dass Peter nicht ans Telefon kommen kann, weil er schläft. Das ist bei einem Einbruch doch komisch“, findet er.

    Ganz unabhängig davon versichert die Anwältin, dass ihre Mandanten keinen „plötzlichen Geldsegen“ nach dem Einbruch im August hatten. Vielmehr beteuert sie, dass der Vertrag über den zweiten Grundstückskauf in Linden bereits im März geschlossen und im Juni bezahlt worden ist.

    Auch der von Lating angesprochene „dicke Mercedes“ – laut Manni ein 200 E CDI, Baujahr 2001, mit 200 000 Kilometern auf dem Tacho – sei bereits im September 2014 zugelassen worden, ein weiterer älterer Mercedes auf Tommy im Mai 2015. Das Grundstück eingezäunt, so erzählt Uwe schließlich, hätten die Brüder mit eigenen Händen und mit Material, das sie sich als Restposten in schließenden Baumärkten in der Umgebung zusammengekauft hatten.

    Doch von Linden noch einmal zurück nach Dernbach. Wie die Ludolfs erzählen, gibt es noch Unstimmigkeiten bezüglich des Erbes von den Eltern. Auch Anwältin Hennigfeld-Lafrentz sagt kopfschüttelnd, dass sie noch nie einen so unausgeglichenen Erbauseinandersetzungsvertrag gesehen hat.

    Vielen Dank an euch allen , die mir Hilfe angeboten haben. Wir können natürlich nicht alle zur Räumung holen werden aber...

    Posted by Ludolf Peter on Montag, 14. März 2016

    Stand jetzt hat Peter 2005 den elterlichen Betrieb mit allen Aktiva geerbt. Dafür bekam Manni das Elternhaus, für das Peter zum Teil ein lebenslanges Wohn- und Nutzungsrecht eingeräumt wurde. Konkret sollten zwei Räume allein für Manni sein, einer allein für Peter, die restlichen für eine gemeinsame Nutzung. De facto habe Peter dann Manni ab 2013 ausgesperrt, sogar die Schlösser ausgewechselt. „Ich durfte mal rein, aber nur unter Bewachung“, sagt Mann .

    Das jedoch, so erzählen Manni, Uwe und Tommy weiter, wäre ihnen noch kein Streit wert gewesen. Es hätten sich allerdings in letzter Zeit Beschwerden aus dem Ort, vor allem von den Nachbarn, gemehrt, dass alles vergammelt. Peter habe große Teile des Hauses nicht mehr geheizt, sondern verkommen lassen. „Es ist mittlerweile ein Schandfleck. Wer reingeht, geht rückwärts wieder raus“, drückt es Uwe aus. „Runtergekommen ist noch charmant ausgedrückt“, ergänzt Manni.

    Gleiches gelte für den Platz, den Peter nun auf seine Aufforderung hin räumen will, und den Manni schon 1986 gekauft – und nicht aus der Erbmasse bekommen hat. „Das ist mittlerweile eine Müllkippe“, sagt Manni und betont mit Inbrunst: „Ich hab Peter immer wieder gesagt: Halte es in Schuss, zu Ehren von Mutti und Vatti.“ Doch er habe nicht mit sich reden lassen. Dazu Tommy: „Es ist Blödsinn, wenn behauptet wird, dass Manni Peter vom Platz jagt. Wir wollten mit ihm sprechen, aber dazu war er nie bereit.“

    Überhaupt: Peters Internetvideo, das ihn vor dem neuen Platz in Linden zeigt und in dem er angibt, dass er mit seinen Brüdern sprechen wollte, nennt Uwe nur „Verarsche-Video“. „Die wussten ganz genau, dass wir zu dem Zeitpunkt nicht da waren. Peter kann sich gut verkaufen und macht mit seinem Gejammer auf Mitleid“, schimpft Uwe und erzählt, dass er früher schon oft nicht sein richtiges Gesicht gezeigt habe. „Er hat damals Klingel und Klinke abgeschraubt, weil er keine Lust auf Fans hatte und hat hinterher gesagt, dass sie es waren“, erzählt er. Und Manni ergänzt, dass die Autogramme der Fans an der Hauswand für ihn immer eine Ehre gewesen seien, während Peter von Schmiererei gesprochen habe.

    Nach dem Bruch zwischen den Brüdern habe Peter dann mehrfach gedroht: „Ihr werdet nie wieder hochkommen, hat er wörtlich gesagt“, berichtet Uwe und erzählt, dass sich Peter schon beim Aufbau des Betriebs in Dernbach Anfang der 70er Jahre nach Hamburg verdrückt hat, während er mit seinen Eltern „Tag und Nacht“ arbeitete. „Er hat sich dann ins gemachte Nest gesetzt, als die Firma fertig war“, sagt Uwe und deutet an, dass auch Günters Verhältnis zu Peter nicht gut gewesen sei. „In der Öffentlichkeit stellt er sich als der Verlassene, der Arme dar. Aber das Bild ist einfach nicht zutreffend“, sagt er.

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